Druckschrift 
7 (1847)
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

nicht bekannt, weshalb auch? meine Verwandten hattensich längst von mir loSgesagt. Da wurdest du geboren undich — ein gehetzter, armer Teufel, wie ich war, vergaßAlles an Deiner Wiege." ,

„Da, inmitten meiner Sorgen, verließ mich das un-dankbare Weib, da — da war es, wo mich der Verdachterfaßte, daß es nicht mein eigner Sohn wäre, den ich ge-küßt und gesegnet. Ach, John, hätte ich Dich sonst so ver-lassen können? in Deiner Jugend sahst Du auch nur Dei-ner Mutter ähnlich. Später, als mich der Tod der Ehe-brecherin wieder frei machte, Jahre später, als ich in Indienzum zweiten Male heirathete,—neue Banden knüpfte, wurdeich noch immer härter gegen Dich. Ich entschuldigte michdamals damit, daß Du auf jeden Fall gut versorgt seyst undeinen bessern Erzieher hättest, als ich Dir je seyn konnte:als aber, durch so wunderbaren Zufall, derselbe Priester,bei dem Deine Mutter gebeichtet (sie war Katholikin!, nachIndien kam und (denn er kannte mich von Limerick her)die Veränderung in meinen Zügen bemerkte, erfüllte er vasder Sterbenden gegebene Versprechen und versicherte mich,daß Du mein Sohn wärest; oh, John, du kannst mir'sglauben, da kehrte ich auf Flügeln der Reue nach England 'zurück. Ob ich Dich liebe, Junge? — in Madras habeich drei junge und schöne Kinder zurückgelaffen, deren Mut-ter — die jetzt im Himmel ist — stets brav und treu war,

Du aber, John, bist mir, bei meiner Sele, lieber und theu- ,rer, als sie Alle mit einander."

Des Vaters Haupt sank bei diesen Worte» an die Brust