Druckschrift 
11/14 (1846)
Entstehung
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läuten und dann der Kammerfrau den Ort zu sagen, wosie Valentine finden würde, als diese eintrat. Sie schienin der That traurig zu sein, und bei aufmerksamer Be-trachtung hätte man an ihren Augen Spuren von Thräne»wahrnchmen können.

Valentine, welche wir, fortgezogcn durch den raschenGang der Erzählung unser» Lesern vorstellten, ohne sicmit ihr bekannt zu machen, war groß, schlank, achtzehnJahre alt, hatte hell kastanienbraune Haare, dunkelblaueAugen, und zeichnete sich durch den würdevollen Gangund durch die Haltung aus, welche auch ihre Muttercharaktcrisirten; ihre weißen, zarten Hände, ihr Pcrl-mutterhals, ihre von flüchtigen Farben gcmarmortcn Wan-gen verliehen ihr beim ersten Anblick das Aussehen voneiner jener schönen Engländerinnen, Welche man so poe-tisch in ihrem Wesen mit Schwanen verglichen hat, diesich auf der Fläche des Wassers spiegeln.

Sie trat also ein und grüßte, als sie bei ihrerMutter den Fremden erblickte, von welchem sie so vielhatte sprechen hören, ohne mädchenhafte Ziererei und ohnedie Augen niederzuschlagcn, mit einer Anmuth, welchedie Aufmerksamkeit des Grafen verdoppelte.

Fräulein von Villefort, meine Stieftochter," sagteFrau von Villefort zu Monte Christo, indem sie mit derHand auf Valentine deutete.

Und der Herr Graf von Monte Christo, Königvon China, Kaiser von Cochinchina," rief der Bube seinerSchwester einen duckmäuserischen Blick zuwcrfend.

Diesmal erbleichte Frau von Villefort, und sie wärebald über diese häusliche Geißel, welche auf den NamenEduard antwortete, ärgerlich geworden; doch der Graflächelte im Gegentheil und schien das Kind mit Wohl-gefallen zu betrachten, was die Freude und Begeisterungseiner Mutter auf den höchsten Grad steigerte.

Aber, Madame," sagte der Graf , das Gesprächwieder anknüpfend und abwechselnd Frau von Villefortund Valentine anschauend,habe ich nicht bereits die