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1 (1868)
Entstehung
Seite
626
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Aiilia.ii;

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grossen Baumeister jener Zeit waren zwar praktisch tüchtig durchgebildeteMänner, aber nichts weniger als gewöhnliche Handwerker.

110. Die Steinmetzverbrüderungen waren in der Hauptsachenichts anderes als zunftmässige Verbindungen von Bauhandwerkernund entstanden nach den Kreuzzügen unter denselben Bedingungenwie alle übrigen Innungen und Zünfte, blühten und sanken aus den-selben Ursachen wie diese, gingen auch zugleich mit ihnen erst inneuerer Zeit vollends zu Grunde.

Soweit sichere Kunde reicht, kommt eine Zunl't der Bauhand-werker zuerst in Paris im J. 1258 vor (Reglements sur les arts etmetiers de Paris au XIII. siede, herausgegeben von Depping inder Collection de documents inedits sur lhistoirc de France; ange-führt von Schnaase IV. 1, 300): die'Maurer scheinen hier denVorrang gehabt zu haben vor den ebenfalls zur Zunft gehörigen Stein-metzen, Gyps- und Mörtelbereiterri. und das Verliältniss dieser ver-schiedenen llauhandwerker zu einander ist nicht völlig klar ; in einer(gleichfalls a. a. O. abgedruckten) Steuerrolle von 1292 finden sichneben 104 Maurermeistern nur 12 Steinmetzen, 8 mortellie'rs und36 pla&triers. I)io Statuten dieser Zunft enthalten nichts Ungewöhn-liches , und die den Mitgliedern aufgelegten religiösen Verpflichtun-gen , welche sich dem kirchlichen Sinne des Mittelalters gemäss auchbei andern Gewerken vorfinden, charakterisiren diese Verbindungvor andern Zünften noch keineswegs (wie Ivreuser meint, DombriefeS. 291) als eine den Klöstern entstammende, vorzugsweise religiöseBrüderschaft . Es scheint sogar , als hätten die Bauhütten sich viel-mehr den Klöstern gegenüber zu selbständigen Vereinigungen ver-bunden ; wenigstens stellt es l'cst, dass ausser den zünftigen , selbst.noch in der mittelalterlichen Spätzeit,, auch klösterliche Bauleute exi-stirten. '.Vcrgl. oben S. 288 Note.)) So führt Nagler, Künstlcr-lexicön 1 7, 274 aus Wimpfcling, Ois Rhenum Germania (Argent.1649) p. 14 an, dass die Bettelmünchc -in Strassburg eine grosseBauschule hatten, und in Italien, besonders in Florenz, pflegten dieDominicaner in ähnlicher Weise die Baukunst. (Vcrgl. Marchese,Memorie dei piü insigni pit.tori, scultori et arehitetti Domenicani.Firenze. 1S45.) An einem Gewölbträger in der Dom'inicanerkirehezu Regensburg ist. der Baumeister als tonsufirter Mönch mit demZirkel in der Hand dargestellt. (Sighart, Bayer. Kunstgesch. S. 311Fig. 110.) Auch bei den Cisterziensern währte die Bauthätigkeit derLaienbrüder fort: in Bebenhausen erbaut 1407 der LaienbruderGeorg aus dem Kloster Salmannsweiler die durchbrochenen Dacli-thürme der Kirche und des Refeetoriums; in Maulbronn errichten

I) Eine sehr anschauliche Darstellung von dem Baubetriebe durch Cisterzienser-Laieubrüder mit der Unterschrift: Constrvxere dnmutti Conecrsi Scliönaviensem.

(Schönau bei Heidelberg) qvos pios indvxit religionis atnor, ist nach einer Handzeich-nung aus dem Anfänge des XVI. Jahrh. mitgetheilt im Anzeiger des'german. Mu-seums von IMSI zu No. 17.