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Romanischer
dem Dachgesimse entsprachen. Die Krypta hat statt des Säulenkreiseseine von vier Eogenöfi'nungen durchbrochene Mauer, kleine Fenster imUmgänge und im Centrum eine Säule mit ionischem Capital als Trägerdes Gewölbes. — In Lorsch datirt die im XI. Jahrh. in eine Kapelleumgewandelte zierliche Durchgangshalle, ein Rechteck von c. 35X23'Fläche und 24' Höhe, besonders hemerkenswerth wegen ihrer in derWeise eines römischen Sarkophags mit Halbsäulen und Pilastern in zweiEtagen geschmückten und auf der Wandfläche mit abwechselnd rothenund weissen Steinplättchen musivisch belegten Frontmauern, wahrschein-lich aus der Zeit Kaiser Ludwigs III. 876—882. 1 )
- I. Romanischer Stil. 2 )
XI. bis XIII. Jahrhundert.
Literatur: Heideloff, C., der kleine Byzantiner. Taschenbuch desbyzant. Baustiles. 1837. — v. R., Byzant. Kapitaler aus verschiedenen KirchenDeutschlands etc. 1845.— Möllinger, C., Elemente des Rundbogenstils.7 Hefte. 1845— 1848. —• Mezger, Formenlehre zur Rundbogen-Archi-tektur. 1851.
G4. Der wie im grössesten Theile des übrigen Europa vom X.oder XI. bis ins XIII. Jahrhundert auch in Deutschland herrschendeBaustil wird passend der romanische genannt: derselbe verhält sichähnlich zu der antikrömischen Bauweise, wie die neueren romanischenSprachen zu der altrömischen Sprache.
Die Vergleichung der altrömischen Sprache und der antikrömischenBaukunst einerseits mit den neueren romanischen Sprachen und dermittelalterlichen, romanisch genannten Bauweise andrerseits will zeigen,dass das antike Element in der romanischen Baukunst nur der Stoff ist,die künstlerische Thätigkeit aber ein Neues, so dass das Antike, nach-dem es seine volksthümliche Bedeutung ganz verloren hatte, nur in sei-nen allgemeinen Grundformen wirksam blieb : diese wurden von denneuen Völkern aufgenommen und dem neuen Geiste entsprechend umge-bildet. Vergl. Schnaase, Kunstgesch. IV. 1, 158.
65. Die Kirchenbauten der romanischen Periode gingen von derGeistlichkeit, besonders von den Klöstern aus und standen unter derausschliesslichen Leitung des Clerus. Viele hochgestellte Geistliche
1) Abbild, bei M o 11 e r I. Taf. 1—4. — G ailli ab au d, Denkm. Bd. II. Abth.2. No. 4. — Förster, Denkm. Baukunst. 1, 11—14 u. 1 Taf. Vergl. Savelsberg,I-, die Begräbnisskap. deut. Könige zu Lorsch, im Deut. Kunstbl. 1851. S. 163 ff. ;Kugler, Gesch. der Baukunst. 1, 411 ; Franck, W., dieUeberreste des Kl. Lorsch,im Frankf. Conversationsbl. 1861. No. 239 ff.; Organ für Christi. Kunst. 1862. No. 6.
2) Derselbe wurde früher allgemein, aber wie aus §tj. 60. 61 erhellt, unpassendbyzantinischer Stil genannt; sonst heisst er auch Rundbogenstil, auch wohl vor-gothischer oder lombardischer Stil.