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II. Gothiseher Stil.')
XIII. bis XVI. Jahrhundert.
Literatur: Schlegel, F., Grundzüge der goth. Baukunst, auf einerReise durch die Rheingegenden, die Niederlande, die Schweiz und einen TheilFrankreichs. 1 SO ^—1805. (W. W. VI.) — Sammlung goth. Kirchen in Deutsch-land. 1808. — Costenoble, J. C., über altdeut. Architektur und deren Ur-sprung. 1812. — Murphy, J , über die Grundregeln der goth. Baukunst.Aus dem Engl, von J. D. E. \V. Engelhard. 1828. —Zwirner, E., Redeüber deut. Baukunst, im Kolberger Wochenbl. vom 22. Aug. 1829. — Melas,Th., Erwin von Steinbach oder Geist der deut. Baukunst, 3 Bde. 1834. —Metzger, J., Gesetze der Pflanzen- u. Mineralienbildung, angewendet aufaltdeut. Baustil. 1835.— Kopp, E., Beitrag zur speciellen Darstellung desspitzbog. Baustils, 6 Hefte. 1839—IS4-1. ■— Hoffstadt, F., Goth. A.-B.-C.Buch, d. i. Grundregeln des goth. Stils für Künstler u. Werkleute. 18-10 etc.— Wiegmann, Rud., über den Ursprung des Spitzbogenstils. 1842. •— DieArtikel »Altdeutsche Kunst« in Bd. 1 S. 303—310 u. »Germanische Baukunst«in Bd. 4 S. 416—49S des Conversat.-Lexik, für bild. Kunst. 1843. 1848. —Möllinger, C., Elemente des Spitzbogenstils, systematisch entwickelt. 1845.— Rei chensp erger , A., die christl.-german. Baukunst u. ihr Verhältnisszur Gegenwart. (1815). 3. Aufl. 1859. —Heideloff, C., der kleine Alt-deutsche (Gothe), oder Grundzüge des altdcut. Baustils (1847 etc.). — Kau-mann, über die german. Baukunst des M.-A. 1847. — Melly, Ed., Goth.Briefe. (Heftweise erschienen bis 1856.) — Statz, V., u. Ungewitter, G.,Goth. Musterbuch, mit einer Einleit, von A. Reichensperger. IS Lieff.1856—1861. — Ungewitter, G., Lehrbuch der goth. Constructionen. NebstAtlas. Lief. 1—3. 1859 etc. — Ursprung u. Schätzung des goth. Stils, in denGrenzboten. 1S65. No. 12. S. 460 ff. — Aus der Gesell, des christl. Ivirchen-.baues, III. Der goth. Styl, im Christi. Kunstbl. 1S66. No. 1 ff.
87. Der wie im grössesten Theile des ganzen Abendlandes vonder Mitte des XIII. bis etwa zur Mitte des XVI. Jahrhunderts auch inDeutschland herrschende Baustil wird hergebrachter Weise der go-thische genannt: nicht weil dieser Name etwa dem Wesen dieserArchitektur oder ihrem geschichtlichen Herkommen entspräche, son-dern lediglich dem einmal üblichen Sprachgebrauche gemäss, da esanderweitig an einer Benennung fehlt, an welche sich nicht falscheNebenbegriffe anknüpften.
Der Name gothisch ist nicht von dem Volke der Gothen abzu-leiten ; wir haben denselben vielmehr von den Wälschen in der Zopfzeitüberkommen, welche mit dem Worte gotico, gothique alles Altfränkische,Äussermodegekommene und Barbarische zu bezeichnen liebten (vergl.die Bemerkung Goethe’s, von deutscher Art und Kunst; W. W. 39,341. Ausg. letzter Hand), und — barbarisch erschien der damaligenZeit der mittelalterliche Baustil. — Es fehlt uns leider ein passenderName für diese Baukunst, und die sonst empfehlenswerthe Benennung
1) Derselbe wird sonst auch deutscher, romantischer, ‘germanischer oder Spitz-bogenstil genannt.