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1 (1868)
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625
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Anhang über die Bauhütten.

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der abgegrenzte Kaum verstanden, in welchem die Werkstücke bear-beitet wurden. Die freimaurerische Auffassung sieht in den mit-telalterlichen Bau Verbindungen eine geheime Gesellschaft, deren An-fänge, wenn nicht unter den Noachiden oder Pharaonen, so doch inden römischen collegiis fabrorum zu suchen seien. (Vgl. Krause,die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft. 1810 1813. Heldmann, die drei ältesten geschiehtl. Denkmaleder deutschen Freimaurerbrüderschaft. 1820. Kloss, G. , dieFreimaurerei in ihrer wahren Bedeutung aus den alten und ächtenUrkunden der Steinmetzen. 1846. Winzer, J., die deutschenBruderschaften des M. A., insbesondere der Bund der deutschenSteinmetzen und dessen ümwandelung zum Freimaurerbund. 1859.)

Anmerkung. Steinmetzen [lapicidae) scheinen überhaupt vor demXIII. Jahrh. kaum vorzukommen; wenigstens ist dies in den im XII. Jalrrh.beginnenden Schreins-Urkunden (Grundacten) der Stadt Cöln nicht derFall: die ältere Zeit kennt nur caementarii (Maurer) und carpentarii (Zim-merleute), seit der Mitte des XIII. Jahrh. aber bricht die Kcihe der nament-lich erwähnten Steinmetzen nicht mehr ab. In der kurzen Zeit von 1248 1270 treten als städtische Grundbesitzer zehn Steinmetzen auf, darunterzwei mit dem Ehrentitel » magister « (unmittelbar vor dem Namen), der indamaliger Zeit keinen blossen Handwerksmeister bezeichnete, sondern etwadem heutigen Baumeister 1 ) entsprochen zu haben scheint. Solche Ma-gister - Steinmetzen, deren später in den Cölner Schreinsbüchern gegen 70eingezeichnet sind, müssen eine höhere allgemeine Bildung besessen haben,als die einfachen lapicidae, wenn man sie nicht geradezu für magistri artiumliberalium der Universität Paris erklären will. 2 ) Der Picarde Wilars ausHonnecourt a. d. Schelde, ein Baukünstlcr um die Mitte des XIII. Jahrh.,der seine Kunstreisen bis nach Ungarn ausdehnte, hatte , wie aus seinemmerkwürdigen Skizzenbuche 3 ) hervorgeht, sein Trivium und Quadriviumabsolvirt, besass Kenntnisse in der Mathematik, Mechanik und Physik,machte Studien nach der Natur und beachtete sogar die Antike. Die

1) Dieselbe Bewandtniss wird es haben , wenn in einer deutschen Urkunde von1007 der Baumeister des Domes zu Frauenburg als »her Liward« titulirt wird, miteinem sonst nur dem ritterlichen (oder geistlichen) Stande zustehenden Prädicate.Die bevorzugte Lebensstellung der Baumeister geht auch aus den Titulaturen ihrerEhefrauen hervor, wenn z. B. die Gattin des Strassburger Meisters Erwin von Stein-bach in ihrer Grabschrift von 1316 » Domina Ilusa uxor nragistri Erwini«, und dieWitwe des Regensburger Meisters Ludwig in einem Kaufbriefe von [306 »Discretadomina Anna, relicta quondam magistri Ludowici operis st. Petri« genannt wird.Vergl. Jäger, C., über die Würde des Steinmetzmeisters im M. A., im lvunstbl.1S33. S. 109.

2) Vergl. Mertens u. Lohde, in der Zeitschr. für Bauwesen. ISG'2. Sp. 173u. 102.

3) Albuin de Villard de Honnecourt, architecte du XIII. siede, manuserit pu-blib en fac-simile par Lassus et Darcel. Paris 1858. (Original in der lcaiserl.Bibliothek daselbst.) Vergl. v. Eitelberger in den Mittheil. der k. k. Central-Commission etc. (1859) -I, 1-15. Sclinaase, Kunstgesch. 5, 152157. Vorzügebesitzt die englische Ausgabe: Facsimile of the sketchbook of Willars de llonecort,by Robert Willi s. London 1850.