Vorwort.
Das gegenwärtig, wiederum in neuer "Bearbeitung erscheinendeHandbuch hat bereits seine Geschichte, welche, wie ich ohne Ver-leugnung der mir gebührenden Bescheidenheit glaube aussprechen zudürfen, nach äusserlicher Betrachtung zugleich die Geschichte derjungen Wissenschaft ist, zu deren Verbreitung es unter Gottes Segenseit nun 25 Jahren seine anspruchslos dargebotenen Dienste geleistethat. Der im J. 1842 als »Kurzer Abriss« schüchtern in die Oeffentlich-keit getretene erste Entwurf begnügte sich mit einigen wenigen Bogen,die zweite Auflage vom J. 1845 beanspruchte bereits deren zehn, diedritte, 1854 erschienene war auf 22 Bogen angewachsen, und die vor-liegende vierte Bearbeitung nimmt mehr als 60 enggedruckte Bogenein. Dabei bin ich auch diesmal dem mit ermunterndem Beifall auf-genommenen ursprünglichen Plane vollständig getreu geblieben, unddas alte, solide erfundene Fachwerk hat, hoffentlich unbeschadet derfrüher belobten Uebersichtlichkeit, den neuen Ausbau tragen müssenmit einer fast erdrückenden Fülle von Stoff, den die überaus eifrigeForschung in dem letzten Jahrzehnt von allen Seiten zusammengehäufthat. Die dritte Auflage war bereits im J. 1862 vergriffen, und da derHerr Verleger das Werk nicht gern auf längere Zeit im Buchhandelwollte fehlen lassen, musste ich mich zu einer Ausgabe in drei Liefe-rungen entschliessen, von denen die erste, den rein archäologischen,am stärksten vermehrten Theil als abgeschlossenes Ganze umfassend, imJ. 1863 erschienen ist. Die zweite Lieferung konnte, dameineMussenochvon anderen Arbeiten in Anspruch genommen war, erst im Jahre 1866naehfolgen, und die letzte ist so schnell gefördert worden, als es über-haupt in meinen Kräften gestanden hat. Jeder, welcher die besonderenEigenthümlichkeiten der Kunstliteratur kennt, wird die durch die über-all auftauchenden photographischen Publicationen neuerlich noch ver-mehrten Schwierigkeiten ermessen können, welche dem Einzelnen,namentlich auch in meiner Lebensstellung, bei dem Versuche entge-gentreten, das ganze weite Gebiet zu beherrschen : die mit dem gewis-senhaftesten Fleisse gearbeitete, mit dem Jahre 1862 abschliessende»Kunsttopographie von Dr. Wilhelm Lotz« (die ich etwa vom14. Bogen der ersten Lieferung an, zum Theil freilich erst währenddes Druckes benutzen konnte) hat mir zur Kontrollirung und Vervoll-ständigung des von mir selbst gesammelten Materials, wie ich dankbaranerkenne, die erspriesslichsten Dienste geleistet, und spätere Ver-öffentlichungen bin ich noch während des Druckes bis zuletzt für meinBuch nutzbar zu machen beflissen gewesen. Durch die grosse Gütemeines verehrten Freundes, des Herrn Professors E. aus’m Weerthhaben mir auch die Bildtafeln zu dem noch nicht ausgegebenen 3. Bande