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1 (1868)
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Gothische Kirchen

LangschifFe sind achteckig, und der Chor besteht innerlich aus zwei Stock-werken , deren Zwischenwölbung von zwei Reihen romanisirender Säulengetragen wird. Das Aeussere zeigt schwere Strebebögen. Die anstossen-den ausgedehnten Klostergebäude sind für Schulzwecke umgebaut. (A. a. 0.Tat'. 12 f.) Die grossartige Marienkirche 1 ), begonnen nach einemBrande von 1276, in der Grundform des Kreuzes mit zwei hohen viereckigenWestthürmen und einem Dachreiter über dem Chor, mit niedrigen Seiten-schiffen, welche sich durch das zweischiffige Querhaus fortsetzen und einenUmgang mit drei vortretenden Kapellen um den im halben Achteck geschlos-senen Chor bilden. Das Hauptschiff ist noch einmal so hoch als die Abseiten,und die einfachen Kreuzgewölbe desselben werden durch schlichte Strebe-bögen , welche sich von den ebenso einfachen Strebepfeilern hinüberlegen,in der Spannung erhalten. Die Arkadenpfeiler von viereckigem Kern sindan den beiden Stirnseiten mit drei Halbsäulen als Gurtträgern versehen,für die Arkaden dagegen mit einer schlichten Pilastervorlage, die sich band-artig unmittelbar um den Bogen herumzieht, während die Halbsäulen mitBlättercapitälen geschmückt sind. Die Fenster, durch zwei senkrechtePfosten dreigetheilt, erscheinen im Langhause in drei Reihen über einander,indem zwischen den Strebepfeilern noch niedrige (Begräbniss-) Kapelleneingebaut sind. Unter den verschiedenen Anbauten an diese Kirche zeich-net sich aus die 1310 erbaute Bri ef k ap eile , deren hohes Sterngewölbevon zwei schlanken achteckigen Granitsäulen getragen wird. (A. a. ü.Taf. L 4. 12. 19 u. 22.) Die Petrikirche, ein aus fünf polygonischschliessenden Schiffen bestehender Hallenbau aus dem XIV. u. XV. Jahrh.mit Thurm über der Westseite. Die übereck stehenden Achteckpfeiler mitEckdiensten und Laubcapitälen. (A. a. O. Taf. 14 u. 21.) Die als Ka-pelle dienende Vorhalle des Heil. Geist-Hospitals, durch einen Lett-nerbäu von dem Krankensaale geschieden, an der symmetrisch getheiltenFront mit drei Portalen und schlanken achteckigen Thürmchen. (Verdieret Cattois, Architecture civile 2, 149; vergl. oben S. 94 Fig. 38.)Vergl. Lotz 1,390 ff.

Llickau. Die Stadtkirche mit zwei massiven viereckigen Thürmen undwagerecht abschliessendem Zwischenbau, hinter dem sich ein sehr hoherGiebel erhebt, wohl nach dem Brande von 1390. (Puttrich, Denkm. II.Serie Lausitz. Bl. 10.)

Lüneburg. 2 ) Die Johanniskirche aus dem XIV. Jahrh., mit Spu-ren eines älteren Baues. Fünf, sämmtlich polygonisch geschlossene Schiffeunter einem Dach und Kapellen , die zwischen den Strebepfeilern heraus-gebaut sind. Im Hauptschiffe Rundpfeiler mit vier nicht bis zum Fuss-boden reichenden Gurtträgern, zwischen den Seitenschiffen gegliederte recht-eckige Pfeiler. Einfache Kreuzgewölbe, in den äusseren Seitenschiffen miteiner fünften, zwischen dem Fensterpaar des betreffenden Joches ausgekrag-ten Rippe. Der kräftige Westthurm ruht innen auf zwei Pfeilern. (Essen-

1) Die Merkwürdigkeiten der Marienkirche zu Lübeck. 1823.

2) Die Alterth. der Stadt Lüneburg u. des Ivl. Lüne, herausgegeb. vom Alter-thumsvcrein in Lüneburg. Lief. I 4. 18521858. (Bode,) Lüneburgs Kirchen,in der N. I-Iannov. Ztg. 1860. No. 123 ff.