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Gothische Kirchen
Krakau. 1 ) Der Dom, 2 ) ein verzopfter Quaderbau (geweiht 1359) mitniederen Seitenschiffen, die sich jenseits des etwa in der Mitte der Ge-sammtlänge angeordneten, kaum ausladenden und schiefen Querschifiesfortsetzen und einen Umgang um den gerade geschlossenen Chor bilden.Die rings bunt gegliederten Pfeiler von oblongem Kern sind an der Vorder-seite mit einem Dienstbündel, an der Rückseite mit einem strebepfeiler-artigen Ansatz versehen. Die Fenster des Obergadens setzen sich als Blen-den bis auf den Arkadensims fort und stehen zwischen zwei schlanken mitStab- und Maasswerk decorirten niedrigeren Blendfenstern in pyramidalerGruppirung. Unter den vielen Anbauten , mit denen der Dom besetzt ist,zeichnen sich aus : die Königskapelle, quadratisch mit umlaufender Emporeund Strahlengewölbe, östlich, und die heil. Kreuzkapelle 3 ) von 1471,westlich belegen. — Ziegelbauten mit Hausteindetails: Die Dominicaner-kirche 4 ) war eine basilikale Anlage mit sehr langem einschiffigem, geradegeschlossenem Chor und datirte , abgesehen von geringen Resten aus derZeit um 1223, aus dem XV — XVI. Jahrli. Nach einem Brande von 1850und der darauf erfolgten Herstellung stürzte der Bau 1855 zusammen. —Die Corpus-Christi- und die Katharinenkirche schliessen sich inder basilikalen Anlage und insofern dem System des Domes an, als diePfeiler ebenfalls an der Rückseite mit einer strebepfeilerartigen Verstärkungversehen sind. — Die Marienkirche (XIV. u. XV. Jahrh., aber ver-zopft) besteht aus dem basilikalen Langhause (mit Pfeilern nach dem Systemdes Doms und mit Kapellen zwischen den Strebepfeilern) und dem langeneinschiffigen, mit Sterngewölben gedeckten und dreiseitig geschlossenenChor. Von den beiden oben achteckigen Westthürmen ist der nördlichenach altem Muster mit einem schlanken, von acht vorgekragten Spitzthürm-chen umkränzten Helm neu versehen, der südliche mit einer Zwiebel ge-krönt. (Essen wein, im Organ a. a. O. Taf. 1 Fig. 2 u. Taf. 2 Fig. 1.) —Die kleine spätgoth. Kirche zum heil. Kreuz mit einem Thurm an derWestseite des quadratischen Schiffes, dessen Sterngewölbe von einem run-den Mittelpfeiler getragen wird, und dem sich östlich ein rechteckiger Choranschliesst. (Ebd. Taf. 2 Fig. 4.)
Kreuzburg (Kr. Preuss. Eylau). Einschiffige rechteckige Kreuzkirchemit künstlichem Holzgewölhe, decorirtem Ostgiebel. Der Thurm vor derWestfront ist oben achteckig.
Lalkail hei Czerwinsk. Flach gedeckte, 1409 geweihte Landkirche 5 )aus quadratischem Westthurm, rechteckigem Langhaus und gerade sclilies-
1) Essenwein, A., Aus Krakau, im Organ für cliristl. Kunst. 1858. No. 1 f.u. 2 Taf. —-Derselbe, die mittelalterl. Kunstdenkmale der Stadt Krakau. (Selbst-verlag des Verf.) ISOO.— Wurzbach, Const., die Kirchen der Stadt Krakau. 1853.
2) Essen wein, die Domkirche zu Krakau, in den Mittheil, der k. k. Central-Commission etc. (1805) 10, 57—00 u. 2 Taf.
3) Lepkowski, Jos. v., die Heiligengeist- u. heil. Kreuz - Capelle der Kra-kauer Domkirche, ebd. (1860)'5, 291—300.
4) Schenkl, die Dreifaltigkeitsk. der Dominicaner in Krakau, ebd. (1857) 2,17—21.
5) Bergau, R., die Kirche zu Lalkau, in der Danziger Ztg. 1S64 No. 2682 u. 84.