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Gothische Kirchen
Rundstäben und an den Flächen mit Säulenbündeln gegliedert; die Gewölbe-träger des Hauptschifies ruhen auf (Konsolen, welche wie die Oapitäleder Säulenbündel in Laubwerk aus Stuck gebildet sind. Hie östlich miteiner niederen Abseite versehenen Kreuzarme werden durch einen schlan-ken achteckigen Mittelpfeiler in zwei Hallenschiffe getheilt. Die ganzeKirche hat äusserlich einen Fries, welcher aus Kleeblattbögen von schwarz-glasirten Formsteinen besteht, die sich von dem verputzten Grunde lebhaftabheben. (Schnaase. Kunstgesch. (i, 343. — Lübke, im Organ fürchristl. Kunst 1853, Taf. zu No. 5. — Essenwein, Backsteinbau. Tat'. 2 f.)
Ih'iliuhurg in Pommern. Spätgoth. Hallenkirche mit einschiffigem,fünfseitig geschlossenem Chor. Entartete, zum Theil rohe Formen. (Kug-ler, Kl.'Sehr. 1, 762 Fig. 171.)
Düsseldorf. St. Lambert, spätgoth. Hallenkirche (seit 1394) mit Chor-umgang. Die Pfeiler sind rechteckig, abgekantet und an den Frontseitenmit zwei Diensten versehen. Details aus Haustein.
Elbing. Die (Marien-) Dominicanerkirche 1 ), dreischiffiger Hal-lenbau mit gerade geschlossenem Chor, aus drei Bauperioden im XIII.,XIV. u. XVI. Jalirh. Die nördlichen Arkaden des Schiffes und die west-lichen (später erhöhten) Gurtträger im Chor, zum Theil mit edelen Laub-capitälen, von dem 1284 vollendeten Bau (oben S. 454); Verlängerung desChores mit dem reichen Ostfenster, das nördliche Seitenschiff und die Sa-cristei aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrli. ; das südliche Nebenschiffmit einfach achteckigen Pfeilern, die Netzgewölbe, die Schiffgiebel etc.nach einem Brande von 1504. — Die Hauptkirche St. Nicolai, XIV.Jahrh. — Die heil. Leichnamskirche, vollendet 1405.
Finsterwallle (Kr. Luckau). Goth. Kirche mit Tonnengewölbe, erbaut1585.
Frankfurt a. d. O. Die Marien- (Ober) kirche 2 ) besteht aus ver-schiedenartigen Theilen: das Langhaus hat fünf Schiffe, von denen die bei-den äusseren mit Pultdächern gedeckt sind, deren Schrägen nach innen äb-fallen, während die senkrechte mit Stabwerk gegliederte Mauer die äussereFront bildet; die inneren Seitenschiffe bilden einen Umgang um den sieben-seitig geschlossenen Chor; letzterer ist regelmässig und aus einem Gussegebaut; vor demselben ist eine Art Querschiff angeordnet, dessen schönerNordgiebel durch eine später vorgelegte polygonische Nische verdeckt wird,und hierauf folgt das Langhaus mit quadratischen Gewölbejochen ; die Ar-kadenpfeiler sind gegliedert und von verschiedener, im Schiff (mit rundenDiensten) von kreuzförmiger, im Chor von achteckiger Grundform. Vonden beiden westlichen Thürmen ist der südliche 1820 zusammengestürzt.Die Erbauungszeit fällt im Wesentlichen um die Mitte des XIV. Jahrhun-derts ; eine Weihe fand 1491 statt. (Details bei Adler, Bauwerke. II.Bl. 78 Fig. 2. 3. 5 u. 7 ; Essen wein, Backsteinbau, auf Taf. 10 u. 27 ;Kallenbach, Atlas, auf Taf. 59 u. 71. — Eine Ansicht als Titelbild zuEmmich s Uebersicht der Bauwerke der Vorzeit. 1843.) — Die Nico-
1) Vergl. v. Quast, in den N. l J reuss. Prov. Bl. 9, 20 — 29.
2) Spieker, Ohr. W., Beschreib, u. Gesell, der Marien- oder Oberkirche zuFrankf. a. O. 1935. Mit Abbild.