im norddeutschen Tieflande.
601
welcher der mit Stufengiebeln geschmückte Sattelthurm aufsteigt. DieStrebepfeiler treten nicht nach innen vor. — Die Graumönchenkirche St.Trinitatis 1 ), gegründet 1431, mit langem einschiffigem 1481— 1495errichtetem Chor; die Nordseite des Langhauses nach einem Einsturz imJ. 1503 wiederhergestellt 1514. Am Schiff sind die Streben einwärts ge-zogen, am Chor treten sic nach aussen; hier steht westlich an der Südseiteein oben achteckiger Thurm von 1495. Drei schöne Westgiebel find amOstgiebel zwei Eckthürmchen. Die prachtvollen Kreuzgänge, das Refecto-rium (nach 1522), die beiden Remter mit herrlichen Palmen- und Strahlen-gewölben. Die einschiffige Annakapelle an der Südwestecke der Kirche1490. (Schultz a. a. O. Lief. 1 u. 3. — Greth a. a. O. Heft 12.)
Dnrgllll. Das Querschiff und der Chor der Kirche, dreischiffig mit acht-eckigen Pfeilern, Umgang der Seitenschiffe und drei Kapellen 1464 —1479.Vergl. oben S. 453.
Demitlill. Die Bartholomäikirche, ein Hallenhau, dessen drei Schiffepolygonisch schliessen und von leichten achteckigen Pfeilern getrennt wer-den, welche die wohlgegliederten , etwas überhöhten Scheidbögen tragen.Hohe Thurmhalle in der Gesammtbreite der Westfront. (Kugler. Kl.Sehr. 1, 720 Fig. 100 — 105.)
Diewitten bei Allenstein. Landkirche mit vorgelegtem viereckigemWestthurm, dessen verschiedene Geschosse, über einander zurücktretend,durch schräge Abdachungen verbunden werden. Das Dach wie in Arnsdorf;s. d. (v. Quast, Denkm. Hft. 4. Bl. 23 Fig. 6.)
Hirschau. Die spätgoth. Pfarrkirche, deren drei gleich hohe Schiffevon plumpen achteckigen Pfeilern getrennt werden. Der einschiffige, gleichlange Chor, dreiseitig geschlossen. Spätere Kapellenanbauten auf beidenSeiten des Schiffes. — Die einschiffige Dominicanerkirche hat nuran dem dreiseitig schliessenden Chore Strebepfeiler.
Dobliei'tin bei Goldberg in Meklenburg. Cisterziensernonnenkirclie.deren niedere Seitenschiffe abgebrochen und in den. von starken reichgeglie-derten Pfeilern getragenen Spitzarkaden vermauert sind. Der Obergaden undder dreiseitig geschlossene Chor XIV. Jahrh.— In Westen über einer zwei-schiffigen von kurzen Granitpfeilern getragenen Halle eine Nonnenempore.Die Kirche ist äusserlich reich gothisch modernisirt und innerlich 1857 re-staurirt. Der Kreuzgang, theils rund-, theils spitzbogig gewölbt.
Doberan. Die grossartige Cisterzienserkirche 2 ) (vollendet 1368, mitälteren und jüngeren Theilen) in der Grundform des Kreuzes mit niedrige-ren, das Querschiff durchschneidenden und die Kreuzvorlagen abtrennendenSeitenschiffen, welche sich auch im Chore fortsetzen und um das im halbenAchteck geschlossene Chorhaupt einen Kranz von fünf halbsechseckigenKapellen bilden. Die Arkadenpfeiler sind viereckig, an den Ecken mit
1) Strehlke, E., Kirche u. Kloster zur h. Dreifaltigkeit in Danzig, im Organfür christl. Kunst 1855. No. 12—1-1. Mit 2 Taf.
2) Lisch, G. C. F., Blätter zur Gesch. der K. zu Doberan, in den Meklenb.Jahrbüchern 9, 108 ff. Vergl. 13, 418; 11, 351 ; 19, 342. —Nipperdey, GothischeRosetten aus der K. zu Doberan, nebst deren Ansicht Und geschichtl. Beschreibung.(1836.) 1839.