506
Gotliische Kirchen
O. S. 17—21 u. Bl. 11 —1-1. — v. Minutoli, Denkm. Hft. 2. — För-ster, Denkm. 2, 43 —46 u. 1 Taf. — Kallenbach, Atlas. Taf. 63.)—■ Die Paulskirche des 1287 gegründeten Dominicanerklosters, drei-schil'figer Hallenbau mit schmälen Seitenschiffen und schlicht achteckigenPfeilern. Der lang gestreckte einschiffige Chor erscheint etwas jünger,‘aberebenfalls noch im strengen Stil. Die Fenster haben edeles Maasswerk ausZiegeln. Neben dem Chore, südlich, wo sich der einfach schöne Kreuzganganschliesst, erlicht sich ein schlanker, oben achteckiger Thurm. (Adlera. a. O. S. 29 f. u. Bl. 19 f. — Details bei Essenwein a. a. O. Taf. 20Fig. 4—8 u. 28 Fig. 1 f.) — Die Hospitalkapelle St. Jacob, einschiffigrechteckig, im l'rühgoth. Stil, mit Holzdecke. Interessant ist das achteckigeWestthürmchcn , welches sich unten in einer sehr tiefen Spitzbogenblendeöffnet. (Adler a. a. O. S. 15 u. Bl. 8.) — Die Petrikapelle (obenS. 452), im zweischifflgen Ausbau mit sechseckigen Pfeilern und Zellen-gewölbcn um 1521. Der Ziegeloberbau der Umfassungswände und dieEckstreben sind frühgothisch von 1312. (A. a. O. S. 10 f. u. Bl. 5.)
Braunsberg im Ermland. Die Katharinenkirche (1367— 1381',ein rechteckiger, an den östlichen Ecken etwas abgeschrägter, dreischiffigerHallenbau mit achteckigen Pfeilern , an dessen Ostgiebel sich apsidenartigein polygones Altarhaus anschliesst. Die Fenster mit Ziegelmaasswerk.Die Sterngewölbe und der Westthurm datiren erst aus dem XV. Jahrh.Neuerlich ist die Kirche verändert worden, (v. Quast, Denkm. Hft. 4.Taf. 19 f.) — Die Trinitatiskirche, einschiffig mit dreiseitigem Schlussund Holzdecke, unbedeutend. (Ebd. Taf. 20 Fig. 11.)
Bremen. Vergl. oben S. 4 06. -— Der einfache Kreuzgang am Dommit sechsrippigcn Gewölben und älteren roman. Theilungssäulchen in denArkadenbögen; östlich grenzt eine dreischiffige Halle mit kurzen achtecki-gen Pfeilern an. — Die Johanniskirche und die Katharinenkirchesind einfache dreischiffige Hallenbauten mit einschiffigem Chor; erstere hatkreuzförmige, mit acht Diensten besetzte Pfeiler, letztere (mit Rundpfcilern)ist prolänirt und der Gewölbe beraubt. Eotz 1, 110.
Breslau. 1 ) Die Corpus Christi Kirche, dreisehiffig basilikal mitkurzem einschiffigem Chor; vollendet 1117. Viereckige Pfeiler mit Bund-stäben an den abgeschrägten Ecken. Kein Thurm, aber ein schmuckvollerGiebel. (Details bei Luchs, Stilproben. Taf. 2 Fig. 27 f.) — Der Dom 2 ),ein basilikaler Hausteinbau (mit Andeutung eines Querschiffes durch einzwischen Chor und Schiff angeordnetes quadratisches Joch), wesentlich auszwei verschiedenen Zeiten lierrtihrend : der frühgotli. gerade geschlossenedreischiffige Chor mit herumgeführten Seitenschiffen, um 1250. Die Pfei-ler sind reich gegliedert und die ücberwölbung ist in Doppeljochen mitsechs Rippen ausgeführt. Jünger (um 1 333) ist das viel kürzere Langhaus
1) Luchs, Herrn., Breslau, ein Führer durch die Stadt. (1857.) 2. Aufl. 1S58.— Lühke, W., Mittelalterl. Kunstwerke in Breslau, in der Zeitschr. für Bauwe-sen. 1860. Sp. 54—83.
2) Die Domkirche zu Breslau. Ihre Merkwürdigkeiten u. Denkmäler. Mit Ab-bild. 1843. — Erdmann, Beschreib, der Kathedralkirche ad S. Joh. u. der Kirchedes h. Kreuzes. Breslau 1850.