im norddeutschen Tieflande.
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erst aus dem XV. Jahrh. Der an der Südseite angebrachte Vorbau zeigtan dem Giebel aufsteigende Spitzpfeiler (Essen wein a. a. O. Taf. 32 Fig. 1).Beide Kirchen haben achteckige, an den Flächen mit sehr starken Dienstenbesetzte Pfeiler. — Die angeblich 1313 erbaute Heil. Geist- (Hospital-)Kirche, ein einschiffiges lbechteck mit Sterngewölben von 1476 undschmuckvollem Ostgiebel; restaurirt. (Adler a. a. O. Bl. 72 Fig. 1 — 4.)
Bernau unweit Berlin. Die grossartige Marienkirche 1 ) (anscheinendaus einer ursprünglich basilikalen Anlage umgebaut) mit vier Schiffen vongleicher Höhe (auf der Nordseite zwei Seitenschiffe) und Rundsäulen mitje drei oder vier Diensten im Chor; zwischen den Schiffen sind die Pfeilermeist achteckig mit acht Gurtträgern ; die bunten Netz- und Zellengewülbevollendet 1519. Die Sacristei, deren Gewölbe auf einer gewundenen Mit-telsäule ruht, besonders zierlich. (Detail bei Kugler, Kl. Sehr. 1, 115.)
Brandenburg a. d. Havel. Der goth. Umbau des Domes (oben S. 451)fällt in das XIV. (1307. 1 377) und XV. Jahrhundert (1426—1435). DerKreuzgang (Detail bei Essenwein, Backsteinbau Taf. 28. Fig. 1 f.) gehörtebenfalls dem XIV. Jahrh. an. — Die Franciscäner- (jetzt reformirte)Kirche, ein gegen 1300 entstandener, ursprünglich einschiffiger Bau, demgegen 1420 ein neuer, siebenseitig aus dem Zehneck schliessender Chorund auf der Nordseite ein Stück niederes Seitenschiff , sowie südlich amChor ein schlanker achteckiger Thurm hinzugefügt wurde. Restaurirt mitErsatz der Ziegelgewölbe durch hölzerne. (Adler I, 27 — 29 und aufBl. 19 f.) — Die Godehardskirche (oben S. 452), ein dreischiffigerHallenbau (um 1350) mit etwas überhöhtem Mittelschiff, halbsechseckiggeschlossenem Chore und fünfseitig herumgeführten Seitenschiffen. DiePfeiler sind' rund und mit vier zierlichen Diensten besetzt. Die zwischenden Chorstrebepfeilern angebauten Kapellen datiren zwischen 1428 —1470.Der Ziegelaufsatz des zwischen den beiden alten Westthürmen in vierecki-ger Masse aufsteigenden Mittelthurmes zeigt unten ältere, durch später'ein-gesetzte goth. Fenster zerstörte Detailreste. (A. a. O. S. 23— : 27 u. Bl. 18.)— Die Katharinenkirche 2 ), dreischiffiger im halben Sechseck geschlos-sener Hallenbau mit fünfseitigem Chorumgang der Seitenschiffe. Die Pfei-ler sind achteckig mit Rundstäbchen an den abgeschrägten Ecken und jezwei Bündeldiensten für die theils einfachen Ki'euz - , theils zusammen-gesetzten Stern- und Netzgewölbe. Die nach innen gezogenen Streben sindmit spitzbogigen Durchbrechungen versehen und unter den Fenstern durchFlachbögen mit einander verbunden. Die Strebepfeiler zeigen äusserlichreichen Schmuck mit Maasswerk aus schwarz glasirten Ziegeln und (meistverschwundenen) Thonstatuen in dreifacher Reihe unter Wimbergen. DieErbauungszeit des Langhauses (mit Ausnahme der älteren Südwestecke ausGranit) fällt 1381—1401, des Chores etwa L407— : 1411, des Thurmes derWestfront 1583 — 1585. Den glänzendsten Schmuck zeigt die der Nord-seite des Schiffes verbundene Fronleichnamskapelle mit Fialenstreben, Gie-beldurchbrechungen und Galerien in buntfarbigen Wechselschichten. (A. a.
1) Vergl. Manger, in Romberg’! Zeitschr. Jalirg. 1804.
2) Heffter, M. W., Geschiehtl. u. artistische Beschreib, der St. Katharinen-u. Amalbergenkirche in Brandenburg. 1842.