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1 (1868)
Entstehung
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Gothisclie Kirchen

■vvo der Schlossbau der deutschen Kitter Ton angebend auch für denKirchenbau war, haben die Kirchen regelmässig Schiffe von gleicherHöhe, die häufig mit kriegerischen Zinnen gekrönt und mit Wehr-gängen in der Dicke der Umfassungsmauern versehen sind: der Chorschliesst hier fast ausnahmslos (selbst an der grossartigen Marienkirchevon Danzig) mit einer geraden Wand einigermassen ärmlich ab, wo-durch sich indess, zumal bei dem Fehlen des Querschiffes, Gelegenheitzur reichen Ausschmückung des entstehenden grossen östlichen Gie-bels in erwünschterWeise darbot. Bemerkenswerth ist das frühzeitigeVorkommen runder, namentlich flachrunder Bögen und Gewölbdecken,welche letztere in der Kegel zu künstlichen Stern-, Netz- und Zellen-figurationen ausgebildet und in bewundernswerther Meisterschaft aus-geführt sind. ') — In Schlesien bleibt die S. 450 bemerkte Mischungvon Back- und Hausteinen üblich, und das Material der Ziegel wirktenur auf die Gesammtform der Bauten, weniger auf die Details bestim-mend ein. Unter den zahlreichen Kirchen von Breslau hat die Mehr-zahl die basilikale Anlage mit niederen Seitenschiffen. Die Pfeiler,meist rechteckig gestaltet und nur an den Zwischenseiten mit einemRundstabe besetzt oder gegliedert, sind in quadratischen Entfernungenaufgestellt, und in den hierdurch bedingten oblongen, in der Ueber-wölbung als Doppeljoche behandelten Feldern der schmalen Seiten-schiffe sind zwei schlanke Fenster neben einander angeordnet, wodurcheine sehr starke, aber günstig wirkende Beleuchtung entstand. DieGewölbegurte gehen insgemein nur von Consolen aus, und die Detail-bildung erscheint überhaupt oft bis zur Rohheit einfach.

Die eigentliche architektonische Bedeutung der Kirchen aus ge-branntem Stein beruht in den schönen, klaren und majestätischen Ver-hältnissen der inneren Räume, zu deren Wirkung eine reiche Ausbil-dung der Kreuzgewölbe nicht unwesentlich beiträgt.

Vergl. Sehnaase, Kunstgesch. 5, 591—614; 6, 329—366. — Kugler,

Gesch. der Baukunst 3, 435 — 496. — Ltlbke, Geseh. der Architektur.

3. Aull. S. 585 — 595.

Allellsteil* in Ermland. Die rechteckige Jacobikirche in Hallenformmit achteckigen Pfeilern, Zellengewölben und stattlichem Westthurm, nebendem sich die Seitenschiffe als niedrige Kapellen unter besonderen Pult-dächern fortsetzen. Die Kirche ist fast ganz von Süd nach Nord orientirt.

1) In den grossen Landparochien der Weichselgegenden, in Samland und Erm-land, finden sich, im Gegensätze zu den insgemein minder bedeutenden Stadtkirchen,viele ansehnliche Dorfkirchen von bedeutsamer Durchbildung, meist aus demXIV. und XV. Jahrh., deren mehrere in der unten folgenden alphabetischen Zusam-menstellung einzeln aufgeführt sind.