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1 (1868)
Entstehung
Seite
479
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Baustil.

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flankirt und von Wimbergen überragt werden. lieber dem Ilauptportalwird eine mit Maasswerk gefüllte Fensterrose oder ein anderes Pracht-fenster angebracht. Die Thtirme, in ihren verschiedenen Stockwerkenebenfalls mit grossen Fenstern versehen, erheben sich in mehreren vier-eckigen Geschossen, aus deren Masse sich verjüngende Strebepfeiler her-vortreten, welche in Spitzsäulen ausgehen ; das Obergeschoss setzt in dasähnlich von Spitzsäulen umgebene Achteck um, und über demselbensteigt, gänzlich aus durchbrochenem Maasswerk bestehend, der schlankeachteckige Plelm empor, mit einer mächtigen Kreuzblume (Fig. 196) aufseiner Spitze. Leider sind die projectirten Prachtthürme nur selten, undnoch seltener nach dem ursprünglichen Pintwurfe zur vollständigen Aus-führung gekommen. 1 2 ) Die gewaltige Masse des grossen Kirchendachesmacht sich am meisten auf der Ostseite bemerkbar, wo sich die Wahnedes polygonen Chorschlusses bis zum Firste erheben.

90. Die Verbindungs- und Neigungsfonnen, sowie die Ornamentesind die vorzüglichsten Merkmale für die Ausbildung des Stiles aufseinen verschiedenen Entwickelungsstufen.

Die Profilirungen (Ausgestaltungen der gegliederten Theile) erhaltenihr eigenthümliches Gepräge durch die Abschrägungaller geradlinigen, die tiefe Unterschneidung allerhohlen Glieder und die Verwandelung des Itund-stabes in die Birnenform. (Man vergleiche hiezu diesämmtlichen folgenden Abbildungen P'ig. 199225.)

In der Kunst der Profilirung, die der eigentlicheAusdruck ist von dem die Architektur beseelendenGeiste, hat die deutsche Gothik durch edles Maass-halten die Magerkeit der französischen und die Ueber-treibungen der englischen Gothik weit übertroffen

rig. 19!}. Dom zu Halbpr-stadt (nach Lucanus).

und dadurch ihre Superiorität dargethan.

97. Das gothische Ornament besteht aus Maasswerk, Laubwerkund Bildwerk.

Das Maasswerk -) besteht aus rein geometrischen Elementen, diezwar verwickelt scheinen und es oft auch sind, indem die mannichfaltig-sten Combinationen von Rosetten und sphärischenFiguren Vorkommen : der charakteristische Bestand--theil sind und bleiben indess die sogenannten Nasen(P'ig. 191). P)ie nicht immer gelungenen Versucheder Neueren, das gothische Maasswerk auf strenggeometrischem Wege naclizuconstruiren, scheinenden Beweis geliefert zu haben, dass die Alten nicht auf diese Weise,

1) Ilen Beweis, dass der goth. Tliurinbau nicht bloss, was die Höhe u. die Aus-arbeitung der Details anbetrifft, sondern besonders auch in ideeller Hinsicht nur inDeutschland zur Vollendung gelangt ist, s. beiSchnaase, Kunstgescli. (i, '2l(iStil.

2) Ueber das Jlaasswerk vergl. Kugler, im Deut. Kunstbl. 1851t. S. 3S(>.

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