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1 (1868)
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Romanischer

und das Ornament liegt nicht mehr flach auf dem Kern, sondern tritt,gleichsam dem natürlichen Wüchse des Blattwerkes folgend, freierhervor und bildet Knospen; wo jedoch das Hochstreben am entschie-densten sich darstellt: in den als Gurtträger und in senkrechten Glie-derungen vorkommenden, sehr oft auf Gonsolen basirten, schlankenund hohen Halbsäulen, wird es häufig durch trennende Ringe odergegliederte Knäufe wieder unterbrochen, welche die Cylinderlängenin zwei, drei und mehr Theile sondern. Diese Knoten, die in techni-scher Beziehung als Binder dienen und selbst an den GewölbegurtenVorkommen, sind den Knoten der Gewächse zu vergleichen: Stillstandum neue Kraft zum höheren Wachsthum zu gewinnen. — Die oft ab-geschärften Gesimse zeigen tiefe Unterhöhlungen, entstanden aus derHinüberführung der Hohlkehle in den Rundstab zu einer nicht mehrunterbrochenen, geschwungenen Linie.

Die in der Uebergangsperiode so häufigen T h e i 1 u n g s r i n g e (Fig.Ui 6) an engagirten Säulenschaften und Rundstäben kommen in den or-namentistisclien Kleinkünsten schon seit dem IX. Jahrhundert vor, undRiggenbach hat in den Mittheilungen der k. k. Üentral-Com-

f mission (1SG2) 7, 53 dies treffend aus der Technik der Gold-schmiedekunst (die Ueberlegung eines Bandes oder Ringes, wozwei Bleche aneinander stossen) erklärt. Aehnliche Ursachenbrachten in der Baukunst ähnliche Wirkung hervor : zur gehö-rigen Verfestigung der schlank an der Mauer aufsteigenden cy-l'V 100 liudrischen Gurtträger waren in gewissen Abständen Binder er-(n. Schiller), forderlich, zu denen die Verkröpfung des Arkadensimses um dieGurtträger -wohl den ersten Anlass gegeben haben mag; die Ver-mehrung solcher Theilungsringe aber ist aus der vorwiegend decorativenRichtung der Uebergangszeit völlig erklärlich.

78. Als die wichtigste Neuerung dieser Uebergangsperiode ist zubezeichnen die aufkommende Anwendung des Spitzbogens (we-sentlich von breiter Leibung, wenn auch in gegliederter Abstufungund mit Rundstäben umsäumt): zuerst gewissermaassen schüchtern imInnern an den Arkadenbögen und Kreuzgewölben, sehr niedrig, oftin kaum merkbarer Erhöhung über dem der gleichen Sehne entspre-chenden herkömmlichen Rundbogen, dann auch mit grösserer Ent-schiedenheit am Aeusseren der Kirchen: an dem Bogenfriese, den Por-talen und Thurmfenstern, zuletzt wohl an den Fenstern und Fenster-gruppen des Langhauses.

Die gleichzeitige Aufnahme des Spitzbogens mit anderen vereinzeltervorkommenden gebrochenen Bogenformen (dem Kleeblattbogen, demZackenbogen), dem Hufeisenbogen und gewissen Friesornamenten, z. B.dem Zickzack, deutet auf die gemeinschaftliche Heimath im Morgenland.