Baustil.
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76. Im Laufe des XIII. Jahrhunderts erscheint der romanischeBaustil verlebt, und es bildet sich durch Beimischung verschiedenerneuer Elemente der sogenannte Uebergangsstil, wobei man andeutschen Bauwerken zu scheiden hat zwischen der Minderzahl solcherGebäude, in deren Formen das Suchen nach einem noch unentdeckten,hochstrebenden Neuen ersichtlich, und der überwiegenden Mehrzahlanderer, wo das bereits bekannte, aber noch verschmähte oder unge-übte Neue dem Alten anzupassen versucht wird.
Es finden sich namentlich im nördlichen Deutschland an vielenKirchen romanischen Stils entschieden gothische Details, welche vonfrüheren oder gleichzeitigen gothischen Bauwerken offenbar copirt sind ;dagegen findet z. B. bei dem Chor des Magdeburger Domes der umge-kehrte Fall insofern statt, als das Gerippe dieses Gebäudes dem gothischenSysteme entspricht, während die Detailbildung sich gewissermaassen un-gern von der hergebrachten romanischen Weise zu trennen scheint, unddie Technik dies nicht vollständig vermag. Unzweifelhaft, dass der Bau-plan in der Fremde entworfen ward, und dass es den heimischen Bau-leuten schwer wurde, sich in das Neue zu finden. — Bei dem Dome zuLimburg a. d.L. ist der Grundriss (Fig. 167) noch entschieden der einerromanischen Kirche und ebenso gehören alle Profile und Verzierungendem romanischen Stile an, das ganze structive System dagegen (Fig. 162)ist bereits gothisch.
77. Im Grundrisse der spätromaniseben Kirchen kommt statt derhalbrunden Apsiden häufig das halbe Acht- oder Zehneck vor; derChorraum liegt niedriger, weil die Krypten in Wegfall kommen; die
Fig. 163. Limburg a. d.(nach Möller).
Fig. 164. Aschailenburg(nach Möller).
Fig. 165. Aschaflcnburg(nach Möller).
Fenster treten in pyramidalen Gruppen zu dreien neben einander; dieBögen stufen die breite Leibung ab und umsäumen sich mit Rund-stäben; die Durchschneidungslinien der Deckengewölbe werden mitKreuzgurten versehen; das Würfelcapitäl nimmt die Kelchform an,