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Romanischer
der Gewölbegurte und der Arkadenbögen fortsetzten. Da man im wei-teren Verlaufe anfing, auch den Gewölbegraten schmale Gurtbögen(Kreuzgurte) unterzulegen, so basirte man dieselben auf Halbsäulen vongeringerem Durchmesser, die man in den Ecken des kreuzförmigen Pfei-lers aufsteigen liess, wodurch derselbe die in Fig. IGO dargestellte orga-nische Ausgestaltung erhielt. An dieser vollständigen Ausbildung nah-men jedoch nur diejenigen Pfeiler Theil, welche als Stützen des Gewölbesdienend nunmehr als Hauptpfeiler erschienen, während man die dazwi-schen liegenden blossen Arkadenpfeiler theils in der ursprünglichen Ein-fachheit beliess, oder nur an der Rückseite, wo sie den Gewölbegurtender Seitenschiffe als Stützen zu dienen hatten, mit einer Gliederung ver-sah , welcher gegenüber an der Abschlusswand eine übereinstimmendgegliederte Vorlage entsprach. Das romanische Kreuzgewölbe besteht
daher im Mittelschiffe aus qua-dratischen Doppeljochen, derenjedes je zwei Arkadenbögen insich schliesst; vergl. Fig. 161.Kam es dagegen darauf an einenoblongen Raum mit einem rund-bogigen Kreuzgewölbe zu über-spannen, musste man die Schild-bögen der Schmalseiten über-höhen oder denselben eine ellip-tische Form geben, so dass dasGewölbejoch nun aus der gegen-seitigen Durchdringung zw'eier Tonnengewölbe von ungleichem Durch-messer bei gleicher Kämpfer- und Scheitelhöhe bestand, w^enn man grös-serer Festigkeit halber nicht vorzog, den Scheitelpunkt etwas zu erhöhenund die Wölbung um so viel ansteigen zu lassen. Dies geschah zwarbereits in der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts bei der aus einfachenrechteckigen Jochen bestehenden Uebeiuvölbung der Abteikirche zu Laach,wo daher sämmtliche Pfeiler gleichmässig mit Gurtträgern ausgestattetwurden ; aber dieser Fortschritt eines selbständig schaffenden Meisters■war nur eine sporadische Creation und blieb im romanischen Gewölbe-bau, welcher der Doppeljochgruppirung den Vorzug gab, wesentlich ohneNachfolge. — Als notlnvendige Folge der Ueherspannung des Mittel-schiffes mit Kreuzgewölben ergab sich eine veränderte Stellung der Ober-lichter, die nun meist paarweise gruppirt die Mitte der Gewölbeschildeeinnahmen.
Anmerkung 1. In Frankreich war die Ueberwölbung der Basiliken-schiffe mit Tonnengewölben zwar schon seit dem Anfänge der romanischenPeriode üblich geworden; man kann es dagegen (nach Mertens, dieBaukunst des M.-A. S. 96) nicht unwahrscheinlich finden, dass in Ober-italien schon bei den alten Longobarden einige Versuche zu ganz oder dochzum Theil mit Kreuzgewölben überspannten Schiffkirchen gemacht wordensind, obgleich ein strenger Beweis sich darüber nicht mag führen lassen.Unleugbar genoss die lombardische Baukunst im Mittelalter eines gewissen
IGl. Doppeljoch aus dem Dome zu Bamberg(nach Landgraf).