Baustil.
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Tonnengewölbe einander gegenseitig in der Spannung erhalten, nicht mehrzwei Paar gleichlaufende Mauern als Träger verlangt, sondern nur vier,aber nothwendig quadratisch gestellte Eckstützen («), indem die beidenTonnengewölbe von gleichem Durchmesser sein müssen, um auf einanderzu passen. Das in dieser Weise entstehende Kreuzgewölbe war nur fürquadratische Käume anwendbar, wie sich solche in den drei gleich breitenSchiffen der Krypten, durch die Pfeiler (oder Säulen) markirt, darboten :ein gleiches Verhältniss fand in den Seitenschiffen der Oberkirche statt,wo demnächst auch die ersten Versuche der Ueberwölbung gemachtwurden, die sich dann später auf die ebenfalls quadratischen Räume desChores, der Kreuzvorlagen und der Vierung, sowie auf die Vorhalle desmit einer Emporenanlage ausgestatteten westlichen Zwischenhauses er-streckten ; um dies bewerkstelligen zu können, machten sich jedoch inden Ecken der zu überwölbenden Quadrate vorgelegte Wandpfeiler oderSäulen nothwendig, wenn die Ansätze der Gewölbe nicht völlig roh er-scheinen sollten. Nachdem nun einmal das Wagniss der Ueberwölbungbreiterer Räume geglückt war, gab jene Erfindung der Wandpfeiler undHalbsäulen die Vermittelung zur Ausdehnung des Gewölbesystems auchauf das Hauptschiff, welches man dadurch in quadratische Joche ein-theilte, dass man jeden zweiten Arkadenpfeiler mit einer Halbsäulen-vorlage versah, welche, das Pfeilercapitäl durchbrechend, unverjüngt ander Scheidmauer, dieselbe in ebenmässige Felder (Traveen) theilend,emporlief und als Träger eines Gurtbogens diente : zwischen diesen Quer-gurten konnten nun die Kreuzgewölbe eingespannt werden. Wählte manstatt der vorgelegten Halbsäule eine rechteckige Vorlage, deren breite
Fig. 160. Grundriss eines Ilauptpfeilers im Schiffe des Münsters zu Ba6el(nach Riggenbach).
Fläche der Leibung des Gurtbogens besser entsprach, so ergab sich fin-den Grundriss des Pfeilers das gleichschenklige Kreuz, an dessen Armedann wiederum Halbsäulen gelehnt werden konnten, deren Schafte sichals Rundstäbe an den dem Pfeiler entsprechend abgestuften Leibungen