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1 (1868)
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Baustil.

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Ansehens, 1 ) und von einem niederrheinischen Chronisten des XIII. Jahr-hunderts 2 ) findet sich der Name Lombardische Baukunst zur Be-zeichnung einer besonderen architektonischen Gestaltung eines Gebäudes,und zwar in der Voraussetzung angewendet, dass die Leser damit einenbestimmten Begriff verbinden würden, der uns indess nicht mehr geläufigist; es könnte aber sehr wohl dabei an den rundbogigen Gewölbebau zudenken sein, weshalb ältere Archäologen (z. B. Wetter, Dom zu MainzS. 76 ff.) eine gewisse Berechtigung hatten, diese Bauweise als Lombar-dischen Baustil zu bezeichnen, obgleich die von ihnen dafür beige-brachten Gründe allerdings nicht stichhaltig waren. Vergl. Schnaase,Kunstgesch. IV. 2, 125.

Anmerkung 2. Die Hauptrepräsentanten des deutsch-romanischenGewölbebaues sind die drei grossen mittelrheinischen Dome zu Mainz,Worms und Sp e ie r , vor denen in ganz Deutschland kein Gebäude vongleicher Mächtigkeit und Durchbildung vorhanden war. In Beziehung aufdie Zeitstellung dieser drei Dome waren die Forscher früher nur etwa darineinig, dass der Mainzer Dom der ältere sei, man hat sich indess, in Folgeeiner neuerlich bekannt gewordenen historischen Notiz, jetzt wenigstensdahin geeinigt, einzuräumen, dass derselbe als Gewölbebau nicht der (mitflacher Holzdecke versehene) Dom sein kann, welcher im Jahre 1036 ge-weiht wurde, sondern entweder von einem Neubau nach einem Brande von1081, oder von einem solchen nach einer abermaligen Feuersbrunst von1137 herrühre. Der Dom von Speier, dessen noch vorhandene grossartigeKrypta im Jahre 1039 geweiht wurde, wird daher, sofern man die Archi-tektur desselben für abhängig von Mainz anerkennt, nicht füglich der um1061 geweihte und um 1100 vollendete Bau sein können, sondern kann erst,worin auch die meisten Stimmen einig sind, einem Neubau nach einerFeuersbrunst von 1159 entstammen. Der Wormser Dom, entschieden derjüngste von allen dreien, kann dann ebenfalls nicht der 1110 geweihte Bausein und muss erst der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts angehören,wie sich denn auch die Nachricht von einer Weihung im Jahre 1181 vor-findet. Uebrigens bestehen alle drei Dome aus anerkannt älteren und jün-geren Theilen und haben überdies verschiedentliche und durchgreifendeAenderungen erfahren. Die aufgestellte Vermuthung, dass die jetzigenGewölbekirchen lediglich Umbauten früherer flachgedeckten Pfeilerbasilikenseien, scheint immer mehr an Bestätigung zu gewinnen, obgleich noch

1) Die Magistri Comacini (Meister aus der Gegend um den Comersee) mit ihrenGehilfen ( collegae , consortes), als ein Ueberrest der römischen Zünfte, werden alsLeiter der Bauten schon in den alten, im VII. Jahrh. aufgezeichneten Gesetzen derLongobarden ausführlich erwähnt (Reumont, im Kunstbl. 1847. S. 117 ff. ; Kriegv. Hochfelden, Gesch. der Militär-Architektur S. 158) u. führten bis zum XIV.Jahrhundert die meisten Bauwerke im grösseren Thcile Italiens auf.

2) Es hat Mertens a. a. O. nicht gefallen, seine Quelle näher zu bezeichnen;ich vermuthe aber, dass die Annales Rodenses (Histoire de Limbourg. Liege 1852.T. VII) gemeint sind, aus welchen Fz. Bock im Organ für christl. Kunst. 1859.S. 17(1 die betr. merkwürdige Stelle mitgetheilt hat, wonach der Grund der Stifts-kirche zu Rolduc (Klosterrath, unweit Aachen) zu Anfang des XII. Jahrh. »seematelongobardino« gelegt worden ist. Die Kirche ist ein romanischer Gewölbebau, dermanche structive Verwandtschaft hat mit dem Dome zu Modena (1099—1184).