Baustil.
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In Thüringen und Sachsen (Paulinzelle, Hamerslehen, St. Godehardin Hildesheim), sowie in Süddeutschland (Maulbronn, Brenz, Sekltau)kommt es zuweilen vor, dass von dem Arkadensimse gleich profilirteStreifen auf die Säulen- oder Pfeilermitten hinabgeführt sind, wodurcheine dem Auge wohlgefällige rechteckige Umrahmung der einzelnen Ar-kadenbögen entsteht. — Wanddecoration durch Blendarkaden kommt ausdem XI. Jahrhundert in Limburg a. d. H. und Hersfeld vor, vom An-fänge des XII. Jahrhunderts im Ostchore zu Laach.
Anmerkung. Die Fenster haben stets schräg ein- und ausgehendeGewände und abfällige Sohlbänke, um auf diese Weise den Lichteinfall zuverstärken. In der Frühzeit ist die Fensterwandung schlicht, und eineGliederung derselben durch Profilirungen oder durch ein Halbsäulchenpaar,dessen Schafte sich über dem Capital am Deckbogen wulstförmig fortsetzen,wird erst seit dem XII. Jahrhundert üblich. — Bemerkenswerth ist die imXI. Jahrhundert einigemal (in der Krypta zu Limburg a. d. H., in derWestwand der Domkrypta zu Speier, unten in der Apsis der Klosterkirchezu Hersfeld) vorkommende Anordnung kleiner sechseckiger Fensteröff-nungen. Im Uebrigen vergl. oben S. 67 § 25.
71. Das Mittelschiff wurde mit einer Holzdecke flach belegt;Wölbungen finden sich nur in den Halbkuppeln der Apsiden und inden Kreuzgewölben der Krypten; in einzelnen Fällen jedoch wurdenauch schon frühzeitig die Seitenschiffe mitKreuzwölbungen überspannt.
Ueber die Holzdecken s. oben S. 69 § 26. Das einzige Beispiel,wo das Sparrwerk des Daches nach innen offen liegt, scheint das Schiffder Abteikirche zu Schwarzach am Oberrhein zu geben. — Das ältestebekannte Beispiel einer ursprünglichen Ueberwölbung der Seitenschiffewürde die Klosterkirche zu Echternach von 1031 darbieten, ’) wenn diesnicht von den Leitern der neuesten Restauration bestritten würde. —Viele ursprünglich flach gedeckte romanische Basiliken wurden später inorganischer Weise in Gewölbebauten verwandelt, wie z. B. der (1819abgetragene) Dom zu Goslar, der Dom zu Bremen, die Marienkirche zuMagdeburg. Dasselbe Verhältniss scheint auch obzuwalten gerade beiden drei grossartigsten Denkmälern des deutsch-romanischen Gewölbe-baues , den mittelrheinischen Domen zu Mainz, Speier und Worms :Mainz und Worms wenigstens haben sicher schon früher mit flachenDecken existirt. Bei weitem häufiger war die spätere Einziehung vonKreuzgewölben eine völlig unorganische Zuthat, z. B. in Maria auf demCapitol zu Cöln, in den Klosterkirchen zu Echternach und Maulbronnu. s. w., was sich oft sogleich dadurch verräth, dass die Fenster nichtgenau in der Mitte der Gewölbeschilde stehen ; doch kommt diese Un-regelmässigkeit auch in solchen (selbst gothischen) Kirchen vor, welcheschon ursprünglich auf Gewölbe berechnet waren. — Dass man in demganzen romanischen Zeitalter gewölbte Decken zu bauen verstand, gehtaus den Deckenwölbungen der Krypten hervor; doch sind hier die über-spannten Räume immer nur schmal, und das Ueberwölben des weniger
1) Otte, Gesch. der deut. Baukunst S. 280 zu S. 212.Otte, Kunst-Archäologie.
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