300
Romanischer
Krönung jder Pfeiler vorherrschend, neben complicirter, aber minder freiund edel, sondern mehr willkürlich und handwerksmässig componirten Ge-simsprofilirungen (Fig. 145 e — h ). — Der Karniess kommt übrigens in derganzen Periode vor, später jedoch viel seltener als in der Frühzeit.— EineAusgestaltung der Pfeilermasse selbst, abgesehen von der zuweilen beliebtenAbschmiegung der Ecken oder Anbringung von engagirten Säulchen andenselben, trat erst durch den Gewölbebau ein ; vergl. unten § 75 Fig. 160.
Fig. 145.
a. Coln, Maria in Cap. b. Frose c. Gernrode d . Hildesheim, S. Mich. e~h Schwarzrheindorf(nach v. Quast). (nach Puttrich). (nach Hase). (nach Simons).
70. Die kahle, todte Fläche der auf den Arkaden lastendenScheidmauer, an welche sich äusserlich die Pultdächer der Seitenschiffelehnen, ist über den letzteren fim Lichtgaden) durch die verhältniss-mässig kleinen, im Rundbogen überdeckten Fenster belebt. Der unter-halb des Lichtgadens und oberhalb der Arkaden gelegene Theil wurdegewöhnlich mit Malereien geschmückt; ausserdem wird die Fläche des-selben architektonisch nur durch ein Gurtgesims (den sogen. Arkaden-sims) gegliedert. Die Anordnung von Emporen, Zwerggalerien oderBlendenreihen als Zwischengeschoss gehört, mit Ausnahme einigerälteren Nonnenkirchen (Gernrode, Essen), erst dem Gewölbebau an.—Die Wände der Kreuzarme und des Altarhauses (sowie die der Krypten)erscheinen in der Frühzeit gern durch blosse Blendbogen Stellungendecorirt und erhielten ebenfalls den Schmuck der Malerei.