Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
299
Einzelbild herunterladen
 

Baustil.

299

filirtes Blatt, als Thierkopf oder Klaue, zuweilen als eine den Kern desPfühls umgebende Umhülsuug (Fig. 143 e). Wenn der Säulenschaft or-namentirt ist, pflegt auch die Basis an dem Schmucke Theil zu nehmen.

6

c

e

) // (

a. Quedlinburg(nach Kugler).

Fig. 143.

h. Constanz c. Wartburg(nach Schreiber).

d. Freiburg a. d. U. e. Frose(nach Futtrich).

Hin und wieder (anscheinend nicht vor dem XII. Jahrhundert) vertretenMenschen- oder Thiergestalten, in Oorrespondenz mit den ikonischen Ca-

pitälen, als Träger des Schaftes die Stelle derBasis; Fig. 144. Dagegen scheint es eine(nicht eben häufig vorkommende) Eigenthiimlich-keit der früheren Zeit zu sein, wenn (wie z. B.in der Krypta des Münsters zu Essen um 1051,oder im Kreuzgange des Klosters auf dem Non-nenberge zu Salzburg vom Ende des XI. Jahr-hunderts) sich die Capitälform in gestürzterStellung zu unterst als Basis wiederholt.

Anmerkung 2. Passender als die Säulezum Tragen der Aikaden und der Scheidmauernerscheint der schlicht quadratisch oder rechteckiggebildete Pfeiler, dessen Anwendung schonlig. 144 . Krypta zu Klosterrath die spät - römische Kunst (oben S. 279) unter(nach dem Organ für christi. Kunst). Umständen nicht verschmähte, hei welchem die

Gliederung des Sockels und des Kämpfergesimsesdas allein Charakteristische ist. Hier gilt die einfachste Verbindung derGrund- oder Deckplatte mit dem Pfcilerkerne durch eine Schmiege (s. inFig. 133) für eine specifisch deutsche, vielleicht dem Holzbau entlehnteErfindung des XI. Jahrhunderts, und anderweitig kommt in dieser Frühzeitan den Kämpfern vorzugsweise der (mehr eingezogene, als nach antik-rö-mischer Weise ausladende) Karniess (Fig. 145«; vergl. in Fig. 127129und 134) vor, neben breiten Halbkehlen und starken Rundstäben (Fig.145 b, c) einerseits, und einer wiederum an die Technik der Holzarbeitenerinnernden Häufung vieler Gliederchen über einander andrerseits, undzwar in sauberer, sorgfältiger Ausführung. Im XII. Jahrhundert erscheintdie attische Basis als Fuss, und in umgekehrter Folge der Glieder als