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Romanischer
fundenem aufliegendem Blatt- und Rankenwerk, wobei häufig antike Mo-tive (Palmetten etc.), niemals aber (mit Ausnahme der spätesten Zeit) na-türliche Pflanzenformen als Muster benutzt werden. Bezeichnend für denSchluss der Periode, welcher die reichsten und edelsten Beispiele ange-hören, ist die Besetzung der Blattrippen mit Perlen oder facettirten Qua-drätchen (Diamanten) ; Fig. 139, Ende des XII. Jahrhunderts. Eine be-sondere Gattung machen die mit Menschen- oder Thierfiguren geschmücktensogen, ikonischen oder Bildercapitäle aus; Fig. 140, c. 1100, Fig.141, um 1140. Ueber das Technische ist zu bemerken, dass in der Früh-zeit die (oft erst nach dem Versetzen der Steine gearbeiteten) Verzierungenaus der Tiefe herausgearbeitet mehr einer sculptirten Zeichnung gleichen,als dem eigentlichen Relief, während später selbst Unterarbeitungen desnoch in einer Fläche liegenden Blattwerkes und zuletzt Ablösungen undfreies Hervortreten namentlich der Eckblätter beliebt werden. — Die ganzePeriode hindurch gilt als Regel, dass die Säulencapitäle eines Gebäudesselten oder nie übereinstimmend decorirt sind, sondern mit bewunderns-werther Erfindungskraft jedes einzelne in eigentümlicher Behandlungs-weise.
Der Schaft, der mittlere walzenförmige (zuweilen achtseitige) Haupt-theil der Säule, bleibt im Romanismus (mit höchst seltenen Ausnahmen)regelmässig ohne die in der Antike übliche Cannelirung, also schlicht, be-hält aber in den besseren Beispielen die Verjüngung seiner oberen Hälftebei, während anderweitig und regelmässig bei Halbsäulen, diemit anderem Mauerwerke verbunden sind, die reine Cylinder-form angewendet ist. Im XII. Jahrhundert kommen decorirteSäulenstämme vor : mit gewundener Ausrinnung, wodurch derSchaft wie aus Tauen zusammengedreht erscheint (Fig. 135);über und über mit Rauten, facettirten Prismen, Sternchen,Zickzack, Palmetten und Rankenwerk etc. bedeckt. Zuweilenwird der Schaft aus mehreren dünnen Cylindern zusammenge-setzt, die in manchen Fällen in der halben Höhe einen starkenKnoten bilden ; vergl. das Fenstertheilungssäulchen aus Ilben-stadt Fig. 142. — In technischer Beziehung ist der Säulen-schaft entweder aus einem Stück errichtet (monolithisch),oder aus Trommeln zusammengesetzt, oder aufgemauert,l'ig. 142. (nach Der Säulenfuss befolgt fast ausnahmslos das antiker. h. Müller). j\Fj s ter der attischen Basis, die über einer Grundplatte aus zweistarken Rundstäben (dem unteren und oberen Pfühl) und einerzwischen beiden angeordneten Hohlkehle nebst einigen feinen Verbindungs-gliedern bestehend, durch die gegenseitigen Verhältnisse ihrer Theile ver-schiedener charakteristischer Modificationen fähig erscheint; Fig. 143. Dieältere Zeit liebt schwere steile Basen (Fig. 143«), die spätere verflacht diePfühle und lässt den oberen gegen den unteren mehr zurücktreten, endlichletzteren über die Grundplatte zuweilen überquellen. Als charakteristischiür das XII. Jahrhundert gilt das Anbringen einer Verbindung, welche,von den vier Ecken der Grundplatte ausgehend, sich an oder über das un-tere Pfühl legt und in den mannichfaltigsten Bildungen (Fig. 143 b, c, d)vorkommt: als roher Knollen oder Klotz, als blosse Anschrägung, als pro-