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1 (1868)
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Romanischer

Itegensburg um 1090 bezahlten die dortigen reichen Bürger die Stein-metzen (Wattenbach, in der Zeitschr. für christl. Archäol. u. Kunst1, 28). Im Jahre 1099 wurde Bischof Conrad von Utrecht von demFriesen Pleber, einem Laien, ermordet, weil er dem Sohne desselbendas »archanum magistcrium« zu sicherer Fundamentirung des Domes imSumpfgrunde ahzulocken gewusst hatte (Kreuser, Kirchenbau 1, 456). Im Jahre 1133 übertrug Bischof Embricho von Würzburg dem LaienEnzelin das »magisteriunm bei der Reparatur seiner Kathedrale, weil sichderselbe schon durch einen Brückenbau bewährt hatte (Niedermayer,Kunstgesch. von Wirzburg. S. 87). Im Jahre 1219 vollendete derLaie Albero das Gewölbe von S. Aposteln zu Cöln, und ist vermuthlichidentisch mit dem Magister Wolbero, welcher 1209 den Grund zurStiftskirche in Neuss legte, also Baumeister war (Boisseree, Denkm.der Baukunst am Niederrhein S. 19). *) Wenn zuweilen hohe Prä-laten nicht bloss, sondern auch weltliche Vornehme (s. oben S. 13) sichbei den Bauhanddiensten betheiligten und Steinlasten herbeischleppenhalfen, so waren dies lediglich zur Anfeuerung des Volkes dienendefromme Hebungen und keineswegs Erweise künstlerischer Thätigkoit(Springer a. a. O. S. 43). Vergl. auch: Brunner, Seb., die Kunst-genossen der Klosterzelle. 2 Thle. 1863.

Anmerkung. Die Kunstübung ausschliesslich durch die Kirche undunter ihrer speciellen Leitung bedingt den gleichartigen Typus der roma-nischen Kirchengebäude im ganzen Abendlande ; die einzelnen Schulen er-klären sich aus dem verschiedenen Geiste derjenigen Orden, die sich ander Baukunst betheiligten, und aus der unabweisbaren Einmischung des un-geachtet der klösterlichen Abschliessung dennoch mächtigen nationalenElements: alles Factoren, die auch über die romanische Periode hinaus dasganze Mittelalter hindurch ihre Wirksamkeit äusserten. Einzelne byzanti-nische und arabische Formen wurden namentlich durch die Kreuzzüge, in-dess immer nur sporadisch, aus dem Orient in das Abendland übertragen.Endlich bleibt stets der Einfluss des verschiedenen Baumaterials zu be-achten ; vergl. oben S. 27 Anmerk. 1.

66. Die Zeitstellung dev Kirchengebäude dieses Stils innerhalbder angegebenen Periode hat bedeutende, zuweilen schwer zu über-windende Schwierigkeit: die Identität der vorhandenen Gebäude mitdenen, von welchen die Geschichtsquellen Bericht erstatten, lässt sichnur in sehr seltenen Fällen mit Sicherheit feststellen, und die Zeitbe-stimmung für alle übrigen muss dann auf dem Wege der künstlerischenVergleichung gefunden werden.

I) Andrerseits waren aber mönchische Baumeister auch noch in späteren Jahr-hunderten thätig: dies beweist unter anderen die Baumeisterstatue in klösterlichemGewände am Hauptportale des Magdeburger Domes vom Anfang des XIV. Jahrh.,deren (noch nicht publicirte) Abbild, oben Fig. 123 nach einer Originalzeichnung ge-geben ist, die ich der Güte des Herrn Domcustos Brandt in Magdeburg zu ver-danken habe.