Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
287
Einzelbild herunterladen
 

Baustil.

287

waren Architekten; das eigentlich Handwerkliche aber wurde vonLaien besorgt, die zwar gewöhnlich als Conversi zu den Klöstern imVerhältnisse der Hörigkeit standen, aber doch auch zuweilen mehrselbständig auftretend als Handwerksmeister ein freies Wanderlebenführten und mehrfach aus der Ferne herangezogen wurden. Eigent-liche Baumeister aus dem Laienstande finden sich erst gegen das Endedes Zeitraumes.

7

^«1

!p«l|

ä' -

mrnm

Fig. 123. Mönchischer Baumeister desMagdeburger Domportales.

Die ausschliessliche Leitung derBauten durch die Geistlichkeit ist vonKreuser (Dombriefe S. 12G ff.) durchüberreiche Lesefrüchte dargetlian;Springer (die Künstlermönche imM.-A., in den Mittheil, der k. k. Cen-tral-Comm. [1862] 7, 110 u. 3648)hat indess mit Recht hervorgehoben,dass nicht alle geistliche Bauherrenund Bau 1 e i t e r schon deshalb auch alsBau k ü n s 11 e r angesehen werden dür-fen. Als Hauptvertreter der dermalenKunstthätigkeit ihrer Zeit sind zu nennendie Bischöfe Bruno von Osnabrück,auch im Burgen- und Wasserbau sein-erfahren (gest. 1068), und Otto vonBamberg (gest. 1139). Bischof Geb-hard II. von Constanz (980996) ver-wendete diejenigen seiner Leibeignen,welche Handwerke trieben, bei der Er-bauung des Klosters Petershausen undschenkte ihnen dafür die Freiheit vomLeibfalle (Anzeiger des German. Mu-seums 1860. Sp. 285). Beim Bauedes Domes zu Paderborn (10081015)rief Bischof Meinwerk Arbeiter vonüberallher herbei und setzte einen un-bekannten Mann, der sich auf der Bau-stelle einfand und sich für einen Zim-merer und Maurer ausgab, nach von ihmselbst angestellter Prüfung seiner Fähig-keiten , dem ganzen Werke vor (VitaMeinwerci, bei Pertz, M. G. SS. 11,112). Beim Baue des Klosters vonS. Vannes unter Abt Richard wurden dieMaurer und übrigen Handwerker ausGeschenken Kaiser Heinrichs II. reich-lich bezahlt (Vita Richardi, a. a. O. S.283). Bei Erbauung des Klosters fürdie eingewanderten Schottenmönche in19*