Schlussbemerkung.
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zu Brandenburg (XV. Jahrh.) erzielt. — Anderweitig dienten zuweilen auchMalereien zum Schmucke des Aeusseren der Kirchen wände ; in Norddeutsch-land z. B. am Chore des Domes zu Breslau, an der südlichen Vorhalle derPeterskirche zu Magdeburg etc. — Selbst die Dächer nahmen an der allge-meinen Farbenpracht Theil: das Chordach des Domes von Cöln, mit einemdurchbrochenen Kamme auf dem Firste gekrönt, hatte eine Decke aus Blei,die vermittelst flacher Zinnlöthungen mit vielfachen vergoldeten Zierrathenund grossen Buchstaben, welche Verse auf die heil, drei Könige bildeten,damascirt war. — In Süddeutschland kamen sehr häufig bunt glasirte Dach-ziegel in Anwendung, z. B. an einem Theile von St. Stephan in Wien, inBotzen, Colmar und Basel, auf dessen Münster die Ziegel ein Rautenmusterbilden, das in grün, gelb, rothbraun und weiss abwechselt.
Wenn im M. A. Erweiterungen und Umgestaltungen älterer Gebäudevorgenommen wurden, behielt man gern so viel als möglich das alte Mauer-werk bei. So ist z. B. das gothisclie Schilf der Klosterkirche zu Schulpfortaeine Umgestaltung einer älteren Kirche romanischen Stils, in der Kloster-kirche zu Doberan enthält das südliche Seitenschiff noch Reste einer altenRundbogenkirche, und in der Leonhardskirehe zu Frankfurt a. M. erscheintdas kleine ursprüngliche Gebäude in das spätere grössere wie in eine Schachteleingeschoben. Als Beispiele geschickter mittelalterlichen Restaurationen sindzu nennen : die Abteikirche zu Deutz, St. Severin und St. Andreas zu Cöln.Eine der am häufigsten vorgenommenen Umänderungen ist die Vertauschungder ursprünglichen flachen Holzdecken mit Stcinüberwölbungen, z. B. imSchiff von St. Maria auf dem Capitol zu Cöln, in der Liebfrauenkirche zuHalberstadt (jetzt wieder mit Holzdecke) etc. Auch die Vergrösserung derursprünglichen Fensteröffnungen, ohne Rücksicht auf den ursprünglichenBaustil, findet sich nicht selten, z. B. in der Klosterkirche zu EchternachOberlichter aus dem XIII., in Wänden aus dem XI. Jahrh. ; minder häufigscheint man mit Thüren Umwandelungen vorgenommen zu haben, z. B. einPortal aus dem XVI. , in der Giebelwand des nördl. Kreuzarmes aus demXIII. Jahrh. am Dome zu Merseburg. Als einzig in seiner Art ist der Umbauder Klosterkirche zu Drübeck zu bezeichnen, wo die vorhandenen Stein-capitäle der Arkadensäulen in verändertem Geschmack zwar, aber ebenfallsnoch in romanischem Stil mit Stuckblattwerk überzogen wurden. Bei theil-weisen Neubauten verfuhr man in der Regel mit unbefangenster Rücksichts-losigkeit, indem man den Stil des Vorhandenen nicht weiter beachtete,sondern die neuen Anbauten etc. nach dem jeweiligen veränderten Zeitge-schmack ausführte. Zuweilen liess man selbst unfertige Details verschiedenerStilweisen unbekümmert auf einander stossen, wie sich deutliche Merkmaledavon zeigen, z. B. im Westchor des Domes zu Naumburg a. d. S. , oderan den Pfeilern der Vierung in der Klosterkirche zu Nienburg a. d. S. —Von einer archäologischen Vorliebe für Conservirung des Alten finden sichnur selten einzelne Spuren, z. B. die Nachbildung der ursprünglichen Säu-lencapitäle des abgebrannten Ottonischen Domes zu Magdeburg bei demNeubau des Chores im XIII. Jahrh., oder die Wiederverwendung des roma-nischen Bogenfrieses an dem spätgotliischen Langhause der Stadtkirche zuFreiburg a. d. U. — Am wenigsten Werth scheint man auf vorhandeneältere Wandmalereien gelegt zu haben : man übermalte dieselben bei Restau-