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Schlussbemerkung.
rationen mit neuen — besseren oder auch schlechteren. Am häufigstenwurden noch einzelne, mit merkwürdigen Bildwerken, Wahrzeichen etc.versehene Steine conservirt. So findet sich z. B. an einer Ecke der Georgs-kirche zu Tübingen ein Stein mit einem Löwen und einem Greif, und dar-über die Inschrift: »der stain lit an der dritten kirche uf diser hofstat ,« undim Treppenhause der Vorhalle an der Stadtkirche zu Freiburg a. d. U. einealte mit Beliefs geschmückte Thürlünette etc. — Es ist daher erklärlich,dass die meisten grösseren Kirchen in Folge von Erweiterungen und theil—weisen Neubauten verschiedene Baustile in ihren aus verschiedenen Zeitenherrührenden Theilen zeigen, wovon die Chorwände des Münsters zu Bonn,an denen man auf geringer Fläche die Reste aus mindestens drei verschie-denen Bauperioden neben und durch einander erblickt, eines der sprechend-sten Beispiele darbieten (vgl. die Abbild, bei Otte, Gesch. der deutschenBaukunst S. 157), und da überdies die Erbauung grosser Kirchen oft Jahr-hunderte hindurch dauerte (am Dome zu Regensburg z. B. wurde über 450Jahre gebaut) 1 ), während welcher Zeit sich der Geschmack vielfach änderte,so wurde der Fortbau selten nach dem ursprünglichen Plane, oder dochwenigstens im Geiste desselben, weiter geführt, was jedoch bei einigen derbedeutendsten Werke (Dome .von Cöln, Magdeburg etc.) glücklicherweiseder Fall war. — Wenn nun ihrer streng genommen heterogenen Bestand-theile ungeachtet die mittelalterl. Kirchengebäude dennoch meist einen ein-heitlichen und harmonischen Eindruck hervorbringen, so ist dies darin be-gründet, dass die verschiedenen Baustile des M. A. in genetischer Aufein-anderfolge von demselben kirchlichen Geiste durchdrungen waren, währenddie späteren zopfigen Zusätze und Veränderungen deshalb überall störendwirken, weil der aus ihnen sprechende Geist ein fremdartiger und unkirch-licher ist. — Noch mehr als in baulicher Beziehung sind die alten Kirchendurch ihre innere Ausstattung mit Denkmälern etc. ein Spiegel aller derseit ihrer ersten Vollendung an ihnen vorüber gegangenen Perioden, was beiden häufigen Restaurationen der Gegenwart stets sorgfältig beachtet werdensollte, damit nicht die ehrwürdigen Denkmale unserer Voreltern ihres ge-schichtlichen Charakters völlig entkleidet, und die Fäden zerrissen werden,die uns durch sie geschichtlich und gemüthlich mit der Vorzeit in organischeVerbindung setzen.
lieber die bei Restaurationen zu befolgenden Grundsätze: Vitet, L., inder Allgem. Bauzeit. 1S52 Heft 11 u. 12. — v. Quast, in der Zeitschr. fürchristl. Archäol. u. Kunst die Rubrik »Erhaltung und Zerstörung der Denk-malen und im Correspondenzbl. des Gesammtvereines etc. (1S5S) VII. S.29 ff. — Jahrbuch der k. k. Central-Commis, etc. in den verschiedenen Jahr-gängen die »Abtheilung I.« — Reichensperger, Fingerzeige S. 29 ff. —Giefers, W. Engelb., Prakt. Erfahrungen die Erhaltung, Ausschmückung,Ausstattung der Kirchen betr. Paderborn 1S58.
1) Um den gottesdienstlichen Bedürfnissen zu genügen, wurden die Kirchen vorihrer gänzlichen Vollendung gewöhnlich schon theil weise geweiht und in Gebrauchgenommen, und man führte zu diesem Zwecke Nothdächer auf, über denen man denOberbau fortsetzte (Dom zu Halberstadt), oder schloss vollendete Theile durch einst-weilige Scheidewände von den noch im Bau begriffenen ab Dom zu Cöln).