Gegenstände.
261
(um 1500); über den Kanzelteppich in Eisleben s. oben S. 207. — DieLorenzkirche in Nürnberg besitzt Teppiche aus dem XIV—XVI. Jahrh.,die ältesten mit den Aposteln und der Legende der heil. Katharina ; diedortige Sebaldskirche einen Teppich von 1497 mit der Geburt Christi undvier Heiligen ; die Elisabethkirche zu Marburg einen Teppich mit derGeschichte des verlorenen Sohnes, aus derZeit um 1400. — Der Katalogdes Erzbischöfl. Museums in Cöln (vom J. 1855) führt an (No. 102.105 —109) gewebte Teppiche aus St. Johann zu Cöln (Bruchstücke ausdem Beginn des XVI. Jahrh.), ein Bruchstück mit der Fahrt der heil.Ursula und einen grösseren Altarteppich mit Thier - und Pflanzen - Orna-ment (beide aus dem XV. Jahrh. und Eigenthum des Museums), ausMaria - Lyskirchen in Cöln (XVI. Jahrh.) , aus den Kirchen zu Nieder-werth (XV. Jahrh.) und Kerpen (Stickerei aus dem XV. Jahrh.) — Inder bischöflichen Residenz zu Gurk ein Behang der Fensterbrüstung desbischöflichen Oratoriums in der Schlosskapelle mit symbolischen Darstel-lungen, aus dem XVI. Jahrhundert. •— Interessant ist ein Teppich ausdem XVI. Jahrh. im National-Museum zu München (mit der Anbetungder Könige) durch die kleine Darstellung einer Nonne, die einen Teppichwebt, welcher vor ihr der Höhe nach ausgespannt ist. — Unter den be-malten Teppichen des späteren Mittelalters sind namentlich die Fasten-tücher hervorzuheben. Der grösseste bekannte Teppich dieser Art istdas Hungertuch, welches zum Andenken an eine überstandene Hungers-noth von dem Gewürzkrämer Jacob Gorteler zu Zittau in die dortigeJohanneskirche gestiftet wurde und sich jetzt im Museum des GrossenGartens zu Dresden befindet: eine grobe Leinwand mit Darstellungen ausder biblischen Geschichte alten und neuen Testaments in 108 durchdeutsche Reime erläuterten Bildern. Vgl. Bösigk, L., Führer durch dasMuseum etc. S. 35 ff. — Das Palmtuch in Güglingen von 25X15 F.aus dem XV. Jahrh., bemalt mit 60 biblischen Bildern; vgl. Kunstblatt1847 S. 200. — Viel älter ist die noch im romanischen Stil mit demBilde der Maria und sechs Aposteln bemalte Leinwand in St. Apostelnzu Cöln, angeblich das von Richmondis von Aducht (f 1350) gesponneneBahrtuch derselben, vielleicht aber ein Fragment eines grösseren Fasten-tuches; vgl. Bock, das heil. Köln. St. Aposteln S. 8. — Auch im Mün-ster zu Freiburg i. Br. ein Stück eines späteren Fastentuches.
25. Toilteiilcilditeii sind hohle runde, vier-oder vieleckige Säulenin der Mitte eines Kirchhofes, deren (zuweilen auf einer Treppe zugäng-licher) oberer laternenartiger und mit einem Spitzdach gekrönter Aufsatzzur Aufnahme eines » Arme-Seelenlichtes « diente, welches zu Ehren derEntschlafenen die ganze Nacht brennend erhalten wurde und den Friedhoferleuchtete. — Petrus Venerabilis, de miraculis 1. 2: «Obtinetmedium cimeterii locum structura quaedam lapidea, habens m summt tätesua quaniitatem uniits lampadis capacem, quae ob reverentiam fidelnmi tbiquiescentium totis noctibus fulgure suo locum ilhmi sucratum illustrat.Sunt et gradus, per quos illuc ascenditur; supraque« etc. Vgl. Lenoir,Architecture monastique 2, 441. ■— Braun, über Todtenleuchten, in denAnnalen des histor. Vereins für den Niederrhein. Hft. S (1860). —Riggenbach, Ch., über Todtenleuchten, Arme Seelen-Lampen, in den