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Verschiedene
baren Seidengewebe waren oft mit symmetrisch (in kreisrunden Einfas-sungen, daher pallia scutellaia, rofata) geordneten Thierfiguren gemustert(Elephanten, Löwen, Pfauen, Papageien, Adler, Einhörner , Greife;daher vela leonata, aquilata etc.). Seit dem Ende des X. Jahrh. wurdenTeppiche in einzelnen (besonders französischen und niederländischen)Klöstern durch Laienbrüder, und später durch zünftige Handwerker, stetsaber auch in den Nonnenklöstern (aus Seide, Wolle, Zwirn auf einemAufzuge von starken Hanffäden) gewebt und zeigen figürliche Darstel-lungen biblischen, symbolischen und profanen Inhalts. Diesen Webereienscliliessen sich die (auf grober Leinwand mit gezwirnter Wolle etc.)von Frauenhand gestickten Arbeiten an. -Auf Leinwand mit Leimfarbengemalte Teppiche kommen frühestens erst seit dem XIV. Jahrh. vor.Fast regelmässig sind die Teppiche (die orientalischen mit arabischen) miterläuternden oder anderen Inschriften versehen. — Ueber Gebrauch,Stoffe, Technik und Bezugsquellen der Teppiche vgl. Jubinal, Achille,Recherches sur l’usage et 1’origine des tapisseries ä personnages. Paris1S40. — Bock, Fz., Gesch. der liturg. Gewänder des M. A. 1856;auch desselben Catalogus pannulorum holosericorum textura et antiquitatememorabilium. Colon. (1859). — Springer, Ant. , Teppiche als Bild-motive, in den Mittheil, der k. k. Central - Commission (1860) 5, 67 ff.75 ff. — Schnaase, Ivunstgesch. IV. 1, 341.
Wie aus der Vergänglichkeit und der oft schonungslosen Benutzungs-weise der Teppiche erklärlich, ist aus dem früheren M. A. wenig erhal-ten, das meiste jedoch in niedersächsischen ehemaligen Nonnenklöstern:die romanischen (bereits oben S. 202 erwähnten) Rücklaken der Chor-stiihle des Domes zu Halberstadt (Christus und die Apostel, die OpferungIsaacs, zwei Enden von etwa 43 F. Länge bei ungefähr 3% F. Breite) ;ein aus verschiedenen Bruchstücken zusammengesetzter orientalischerSeidenteppich mit braunvioletten Thierfiguren und Palmetten auf gelbemGrund aus der Zeit der Kreuzzüge, früher im Kloster Wienhausen, jetzt»im Privatbesitz « (abgebildet bei Mithoff, Archiv für NiedersachsensKunstgesch. Abth. II. Taf. 9. 10); Theile eines gewebten Teppichs ausder Zeit um 1200 mit der Vermählung des Mercurius und der Philologianach dem Dichter Marcianus Capella (ahgebildet hei Steuerwaldt undVirgin, Kunstschätze im Zittergewölbe zu Quedlinb. Taf. 36 — 40;vgl. Kugler, Kl. Schriften 1, 635 ff.) in der Stiftskirche zu Quedlinburg;ferner im Kloster Wienhausen ein gestickter Teppich von 13X7 F. mitder Geschichte von Tristram und Isolde nebst 37 Wappen, aus der erstenHälfte des XIV. Jahrh. (abgebild. bei Mithoff a. a. O. Taf. 6); zweiebenfalls dem XIV. Jahrh. angehörige gestickte Teppiche, der eine mitJagdscenen, der andere mit Prophetenfiguren (abgebild. a. a. O. Taf. 7),das Bruchstück eines aus derselben Zeit stammenden mit alttestament-lichen Scenen (abgebild. ebd. Taf. 2) und zwei gestickte Teppiche ausdem XV. Jahrh. , der eine mit der Legende des Ap. Thomas (abgebild.ebd. Taf. 8), der andere mit der Geschichte der heil. Elisabeth (ahge-bildet ebd. Taf. 2). Auch finden sich noch Teppiche in den ehemaligenKlöstern Heiningen (XIII. oder XIV. Jahrh.) , Ebsdorf (XV. und XVI.Jahrh.), Lüne (1505 und 1506) , Weende und im Dome zu Halberstadt