Gegenstände.
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(s. oben No. 4). Die berühmtesten Stationen sind die in Nürnberg amWege vom Thiergärtnerthor bis auf den Johanneskirchhof': sieben Stand-säulen mit Reliefs von Adam Kraft um 1490, den Leidensweg Christibezeichnend (restaurirt; vgl. die Abbild, bei Wolff, Nürnbergs Gedenk-buch Taf. 81 — SS).
23. Steinkreiize im freien Felde bezeichnen oft die Stelle, wo einMord verübt worden (oder jemand plötzlich verstorben) ist, und musstenvon den Todtschlägern zur Sühne errichtet werden, z. B. vor dem westlichenEingänge der Marienkirche zu Berlin, wo 1335 der Propst Nicolaus vonBernau vom Volke erschlagen wurde. Viele Beispiele solcher Kreuze biszum J, 1596 (das älteste datirte von 1 350) bei Waldmann, H. , überden thüring. Gott Stuffo (Heiligenstadt 1 857) S. 99ff; vgl. auch B ö sigk,Fz. L. , über Mordkreuze, in den Mittheil. des k. Sachs. Vereins fürErforsch. Vaterland. Alterth. 1857 Heft 10. — Walthierer, Stein-kreuze, von Todtschlägern zur Sühne errichtet Beispiele von 1436 und1463), im Anzeiger des german. Museums 1860 Sp. 207. — Eine Ab-bild. des dem Herzog Friedrich von Braunschweig 1400 bei Fritzlar er-richteten Kreuzes bei Steinruck, clisqu. hist, de Frid. duce Brnnsv. etLuneb. anno 1400 haucl procul Fritzlaria caeso. Marb. 17 13. — In denGegenden, wo sich solche Kreuze finden (im Hohensteinischen, bei Wetz-lar, in Westfalen, Franken, Oberpfalz, Altbayern, Schwaben) führendieselben oft den Namen » Schwedenkreuze «, nach dem Volksglauben zurBezeichnung solcher Stellen, wo im 30jährigen Kriege Gefallene ein ge-meinsames Grab gefunden hätten. — In mitten der Vorstadt Neumarktbei Jüterbog steht ein sehr altes (ursprünglich 3 Ellen hohes) Granit-kreuz, der Localsage zufolge an einer Stelle, wo ehemals heidnische Sacragefeiert wurden , und daselbst zum Andenken an die Einführung desChristenthums im XII. Jahrh. errichtet.
24. Teppiche fanden in den mittelalterlichen Kirchen ausgedehnteAnwendung, nicht bloss als Vorhänge vor Thürcn (vela januantm) undFenstern (panni; s. oben S. 68), als Rücklaken und Sitzkissen ( dorsalia,bancalia; oben S. 198) in den Chorstühlen, oder statt der Scheidewändedes Chores (»velum inter clerum et populum« bei Durandus, Rationale1. 1 . c. 3 n. 35), zu beiden Seiten der Altäre (» cortinae in utroque laterealtaris«, welche in manchen Kirchen während der Secreta in der Messevorgezogen wurden, »quae tune extenduntur« und den Priester »quasi« ver-hüllten; ebd. 1. 4 c. 39 n. 1, vgl. oben S. 104) , sondern auch zum Be-hängen der Wände und Pfeiler bei festlichen Gelegenheiten (» cortinae infestivitatibus propter ornatum«; ebd. 1. 1 c. 3 n. 39) und in der Fasten-zeit vor dem Sanctuarium (»velum, quod sacrarium a clero dividet«; ebd.n. 35) als Fastentücher (cortinae quadragesimales i zur Erinnerung anden Vorhang im Tempel zu Jerusalem. Ausserdem erwähnt Durandus(ebd. n. 23) auch der Fussdecken: » Substratoria , quae pedibus subster-nuntur, « und der Fussteppiche : » Tapetia sunt panni, qui pedibus subster-nuntur.« — Im früheren M. A. bezog man die Teppiche aus dem Orient(cortinae Alexandrinae, Tyriae; vela Byzantea , Synca) , die dann späterauch im Abendlande, in Palermo unter den Normannen zuerst durchsarazenische und byzantinische Arbeiter, nachgeahmt wurden : diese kost-
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