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1 (1868)
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Separatbestattung der Eingeweide.

befindlichen Thon ge fass e (oder doch wie in mehreren Särgen auf demPetersberge — s. oben S. 240 — Scherben von solchen, und zwar linksneben dem Kopfe) deuten auf den Gebrauch, den Todten Weihwasser oderWeihrauch mitzugeben. l ) Ueber die in Bischofsgräbern vorkommendenKiimme s. unten §. 53.

Anmerkung 3. Die Separatbestattung der Eingeweidefürstlicher Personen und Prälaten ist eine bereits sehr frühzeitig vorkom-mende Sitte, und wie die ältesten bekannten Beispiele beweisen , zunächstdadurch veranlasst, dass wenn der Tod in der Fremde erfolgt war, dieSection und Einbalsamirung des Leichnams zur besseren Erhaltung auf demConduct in die Heimath oder nach dem von dem Verstorbenen vorher be-stimmten Begräbnissorte erforderlich wurde. Die herausgenommenen In-testina wurden dann gewöhnlich da begraben, wo der Tod erfolgt war, oderman brachte dieselben auch nach einem dritten Orte, zu welchem der Ver-storbene im Leben in näherer Beziehung gestanden hatte. Die Leiche desheil. Bonifacius (-(- 7 55) wurde von Dockum , wo er den Märtyrertod er-duldet hatte, zuerst nach Utrecht und dann nach seiner Kathedralstadt Mainzgeführt, wo das Herz im Alten Dome bestattet ward, der Leichnam sodannim Kloster Fulda, welches Bonifacius selbst schon bei der Gründung zuseinem Begräbnissorte bestimmt hatte. — In Memleben, wo K. Otto derGrosse 97 3 starb, wurden dessen Eingeweide begraben, der Leib in demvon ihm gegründeten Dome zu Magdeburg. Plier wurde auch die Leichedes 1012 in Giebichenstein verschiedenen Erzbischofs Waltherd bestattet,nachdem die Eingeweide an dem Sterbeorte, und zwar zwischen der Kircheund dem Sterbezimmer begraben waren. Bischof Godehard von Hildesheimstarb 1033 auf dem von der Kathedralstadt % Stunde entfernten Moritz-bei'ge; sein Leib wurde drei Tage darauf im Dome begraben; die heraus-genommenen Intestina wurden zum Andenken daran, dass er hier seinenGeist ausgehaucht, in einer Kapelle des Moritzklosters beigesetzt, die imVolksmunde den Namen » Kaldaunenkapelle « erhielt. Kaiser Konrad II.verschied 1039 zu Nymwegen ; aber seine Eingeweide wurden nicht hier,sondern in Utrecht begraben , der einbalsamirte Leib in dem von ihm ge-gründeten und zu seiner Grabstätte bestimmten Dome zu Speier. — ImXII. Jahrh. war die Separatbestattung der Intestina an manchen Orten be-reits zum stehenden Gebrauche geworden : so nahm das CisterzienserklosterEbrach von 1 151—1573 die Herzen von 33 Würzburger Bischöfen inbleiernen Behältnissen auf, während die Eingeweide in die Burgkapelle, dieGebeine in den Dom kamen. 2 )

1) •> Apponebatur quoque in monumentis aqua benedicta .... unde etiam repe-riuntur in coemeteriis rasa vitrea et lutea, in dictum usum verisimiliter ibi accommo-data.n Casalius, de Christ, ritibus. p. 33ti.

2) Ebraehiaiia meo creverunt claustra favore,

Ilinc cor diffecti continet lila domus.

Mos manet: haec uno tumulantur Corpora templo,

Viscera mons, aedes maxima Corpus habet.

Cf. Ludewig, Script. Wirceb. p. 3(it>: Niedermayer, Ivunstgesch. der StadtIVirzburg S. 127.