Grabeinlagen.
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schriebenen fürstlichen. Da fast alle Gräber sicher zu bestimmen waren, soergab sich als llegel. dass bei mehreren in einer Reihe liegenden Gräberneines Geschlechts die mittleren die ältesten sind, denen sich die jüngerenauf beiden Seiten anschliessen. Wenn die vordere, östliche Reihe voll war,wurde dahinter westlich eine neue eröffnet und dabei in derselben Weiseverfahren. So liegen auch im Königschore des Domes zu Speier ') dieKaiser- und Königsgräber in zwei Reihen hinter einander. Die vordereReihe enthält die Gräber des salischen Kaiserhauses und besteht aus fünfGräbern, so dass die vier Kaiser dieses Geschlechts jeder ein besonderesGrab haben, während das fünfte den beiden Kaiserinnen Gisela und Rertha,Gemahlinnen Konrads II. und Heinrichs IV., gemeinsam war : in der zweitenReihe hatten die Könige Philipp von Schwaben und Rudolf von Habsburgjeder ein eigenes Grab; die Leichen Adolfs von Kassau und Albrechts vonOesterreich dagegen wurden erst später in denjenigen beigesetzt, in denenvorher schon die Tochter Kaiser Friedrichs I., Agnes, und seine GemahlinBeatrix bestattet waren. Jedes Grab bildet eine einzelne, etwa 8 F. tiefeund lange und 4 F. breite, unten mit Quadern, oben mit Ziegeln ausge-mauerte Grube. — Ueber die Ergebnisse bei der Untersuchung der zahl-reichen Grabstätten in der Münsterkirche zu Heilsbronn vgl. Stillfried,Rud. v., Alterthümer u. Ivunstdenkm. des Erlauchten Hauses Hohenzollern.Neue Folge Lief. 4.
Anmerkung 2. In Särgen des XII. bis XVI. Jahrh. hat man zu-weilen Bleitafeln vorgefunden mit eingegrabener oder eingeschlagenerSchrift nekrologisehen Inhalts, z. B. im Sarge der Gertrud, AeltermutterHeinrichs des Löwen !j- 1117), in der Krypta des Domes in Braunschweig ;im Grabe des Erzb. Adalbert I. (j- 1 137) in der Gothardskapelle am Domezu Mainz ; im Sarge des Propstes Gerhard von Are (y 1 1G9) im Münster zuBonn (unter der Orgelj ; im Grabe Friedrichs von Beichlingen, Erzb. vonMagdeburg (y 14 64) im Dome daselbst * 2 ) ; im Grabe Kaiser Maximilians I.(j- 1519) in der Schlosskapelle zu'Wiener Neustadt. — Dass man Geist-lichen, die in Pontificaiibus in das Grab gelegt wurden, einen Kelch mitgab,ist schon oben S. 163 bemerkt worden: im Grabe Otto's von Hessen. Erz-bischofs von Magdeburg (j- 1361) stand der Kelch auf der Brust des Leich-nams, und ausserdem lagen sechs bronzene Siegelstempel des Verstor-benen in dem Steinsarge, nach der im M. A. sehr gewöhnlichen Sitte, dieSiegel eines Verstorbenen zu Verhütung von (Missbrauch entweder mit derLeiche oder anderwärts zu vergraben. 3 ) Wenn in den Gräbern von Fürstenund Rittern Waffen und sonstige Stücke des ritterlichen Kostüms häufig nichtgefunden werden, so erklärt sich dies daraus , dass sich weltliche Personenoft im Mönchskleide wenigstens begraben Hessen , wenn sie nicht vor demTode noch selbst die Klostergelübde abgelegt hatten, um auf diese Weise derguten Werke des Ordens theilhaftig zu werden. ■—■ Die zuweilen in Gräbern
1) Vgl. Die Ivaisergräber im Dom zu Speier. Carlsrulie I SöO, u. v. Quast a. a.O.S. 94 ff.
2, Abbild, bei ltosenthal, Dom zu llagdeb. Lief. V. Taf. I. 22.
3) Vgl. Lepsius, C. P., in den X. Mittheil, des Thüring.-Sachs. Vereins VI.
3, 8$ f.
Otte, Kunst-Archäologie.