Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

238

Epitaphien.

dass dieselben schon in so früher Zeit als Baumaterial behandelt wurden,mithin also bereits damals aus irgendwelchen Gründen ihre Bedeutsam-keit verloren haben mussten. DieseSteine, sammt einem im Kreuzgangein dessen westlicher Wand schon seitlängerer Zeit eingemauert befindli-chen, sind einander im Material (ter-tiärer dichter Kalkstein des MainzerBeckens) völlig, in den Rand - undEckverzierungen, in dem für die Auf-nahme von Namen, Stand und Todes-tag des Verstorbenen angebrachtenKreuze, sowie in der Grösse wesent-lich gleich ; die letztere (durchschnitt-lich 3X1 Vs F.) ist aber so gering,dass sie für Grabsteine nicht füglichangesehen werden können. Vier Resteähnlicher Steinplatten befinden sichim Museum zu Cöln, zw y ei andere imMuseum zu Bonn. Diesen Gedächt-nissteinen reihen sich an ein Epitaphdes im J. 938 gest. Diaconus Megin-bracht in der Krypta der Michaelis-kirche zu Fulda und die Gedenktafeldes 10 48 gest. Wignandus in der Ost-mauer des Kreuzganges von St. Ste-phan in Mainz. ') — Als Epitaphiumcharakterisiren sich auch die Inschrif-ten mit den Namen und Todestagendreier Bischöfe von Merseburg ausdem XI. Jahrh. auf dem jetzt in derVorhalle des dortigen Doms aufge-stellten Decksteine einer aus drei kleinen Spitzarkaden gebildeten Nischen-stellung, die sich ehemals zwischen der ursprünglich auf den hohen Chorführenden Doppeltreppe befand, in Schriftzügen des XIII. Jahrhunderts.—Manche andere Gedenktafeln auf im früheren M. A. Verstorbene (z. B.das Epitaphium der Fastradana, Gemahlin Karls des Grossen, gest. 794,im Dome zu Mainz) gehören erst einer viel späteren Zeit an.

Die ältesten bekannten Wappenschilder, die ihrer ursprüng-lichen Bestimmung gemäss zum Gedächtnisse Verstorbener in der Kirchesind aufgehängt worden, befinden sich in St. Elisabeth zu Marburg undstammen wohl aus der letzten Zeit des XIII. Jahrh. * 1 2 )

wiedergegebene Zeichnung * der letzteren Steintafel verdanken wir der Güte desHerrn aus’m "Weerth, welcher die Abbildung der gedachten drei Platten in-zwischen in den Jahrb. des Vereins von Alterthumsfr. im Rheinlande XXXII. Tab. II.zu S. 114—12(1 publicirt hat.

1) Vgl. v. Quast, im Correspondenzbl. des Gesammtvereins 1853. 1, 37.

2) Abbild, bei v. IIefner-Alteneck, Trachten. Abth. I. Taf. 8(1 u. 82.

mmi

FI

JPWFS

TUT^TTM

_ .... ü'i eil;

L L ! fe..,

SM 1 o ib ,s

SläQ

MM

MB

m-x

Fig. 99. Gedächtnisstein im Münster zu Bonn