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Orgeln.
In Byzanz bediente man sich der Orgel bei öffentlichen Lustbar-keiten : die erste Einführung derselben in die Kirche geschah zu Aachen,und der Mönch von St. Gallen (2, 7. p. 7 51) beschreibt ihren Bau ausBälgen von Rindsleder und ehernen Pfeifen und vergleicht ihren Ton anStärke dem Donner, an Lieblichkeit der Lyra oder Cymbel; dennoch warihre Einrichtung noch 200 Jahr später eine unglaublich mangelhafte, unddie Wirkung kann keine besonders angenehme oder würdige gewesensein, so sehr dieselbe auch das Erstaunen der Zeitgenossen erregte. Unterden Miniaturen eines Psalteriums aus der Zeit der sächsischen Kaiser inder Königl. öffentl. Bibliothek zu Stuttgart (Ms. bibl. in 4. n. 23) be-findet sich zu Ps. 150 die Abbildung einer Orgel ') : es ist ein einfachesHolzgestell, auf dem die Windlade steht, und über dieser eine von zweiQuerhölzern gehaltene Reihe dicht gestellter und gleich grosser Pfeifen,deren Labien angegeben sind ; vor der Windlade befindet sich anscheinenddie Claviatur, die aus neun in zwei Abtheilungen (links drei, rechts sechs)getheilten Tasten besteht. Der Blasebalg, aus welchem drei Windleitun-gen in die Orgel gehen, ist ein seitwärts auf dem Fussboden liegenderSchlauch, den drei Männer niedertreten, deren einer ihn mit einer Hand-habe wieder aufzieht. — Auf einer Miniatur in dem Psalter Edwins in
Fig. 93. Orgel aus dem Psalter Edwin’s zu Cambridge, I2tes Jahrhundert (nach Coussemaker).
der Bibliothek zu Cambridge aus dem XII. Jahrh. erscheint die Orgel 1 2 )als eine Art Tisch, aus dem in zwei Registern zehn Pfeifen (sechs ein-fache und vier doppelte) von symmetrisch wachsender Länge hervorragen.Zwei Mönche als Organisten, jeder ein Register dirigirend, stehen hinter
1) Abbild, bei Ilefner-Alteneck, J. v., Trachten des christl. M. A. Abth. I.Taf. 53.
2) Abbild, bei Coussemaker, in den Annales archdol. 4, 31.