mit einem Relief aus der biblischen Geschichte oder Legende : der Sünden-fall, ein im Wasser stehender Hirsch (nach Ps. 42, 1), die Verkündigung,der Kampf des heil. Georg mit dem Drachen etc. ; alle aber mit Inschriftenauf dem Rande, deren Deutung viel zu schaffen gemacht hat. ’) — Bei demUebergiessungsritus bediente sich der Täufer statt der Hand anscheinendschon frühzeitig auch eines geeigneten Giessgefässes, in Uebereinstim-mung mit den Beschlüssen der Synode zu Lüttich vom J. 1287 c. 2 : » Sacerdossuper verticem pueri ter infundat aquam cum p elvi, vel alio mundo vase ethonesto, tenens puerum nihilominus ima manu discrete « und der Synode zu
Cambray von 1300: » Baptizans . infundat aquam cum bachino, vel
alio mundo vase et honesto. « *) Im National-Museum zu München befindetsich ein höchst eigenthümliches Gefäss dieser Art: es ist der obere Theileines ursprünglichen Jagdhornes aus Elfenbein mit einem oberen und un-teren Metallrande, deren eingegrabene Inschriften die Bestimmung für dieTaufhandlung beweisen. 1 2 3 4 5 )
50. Die erste Orgel 7 ' ( organon) kam um die Mitte des VIII.Jahrhunderts ins Frankenreich, und zwar als ein Geschenk von Byzanzaus an Pipin, der sie in Compiegne aufstellte. r> ) Eine andere hautendie Künstler Karls des Grossen, die es den Griechen abgesehen hat-ten, für das Münster zu Aachen 6 ), wo sie zuerst in kirchlichem Ge-brauche erscheint und bei aller Unvollkommenheit dennoch so grossenBeifall fand, dass vom X. Jahrhundert ab in den bischöflichen Kathe-dralen und in manchen Klosterkirchen in und ausser DeutschlandOrgeln gebräuchlich wurden. Im Allgemeinen war die Verbreitungderselben zwar nur eine langsame; dennoch befanden sich seit demEnde des XIII. Jahrhunderts, und nachdem die Kunst des Orgel-baues wesentlich fortgeschritten war, in grösseren Kirchen gewöhn-lich zwei Orgeln, eine grössere, welche auf einer Empore am west-lichen Ende des Mittelschiffes, und eine kleinere, welche auf demLettner (S. 39) ihre Stelle erhielt. — In ihrer seit dem XV. Jahr-hundert vervollkonnnneten Einrichtung gilt die Orgel für eine Erfin-dung der Deutschen.
1) Vgl. unten Abschnitt III. A. b. Inschriften auf Taufbecken.
2) Vgl. Augusti, Denkwürdigkeiten 7, 234 f.
3) Vgl. Mittheil, der k. k. Central-Commission etc. 1S61. 6, ] 13.
4) Vgl. Clirysander, W. C. Just., Ilistor. Nachricht von Kirchenorgeln. Rin-teln 1755. — Antony, F. Jos., Geschichtl. Darstellung der Entsteh, u. Vervoll-kommn. der Orgel. Münster 1S32. — Rettberg, R. v., zur Gesell, der Musik-instrumente, im Anzeiger des german. Museums 1 SüO in No. 5—9 (Notizen über dieOrgel: Sp. 160. 205. 240. 242. 2S2 u. 319). — Organ für cliristl. Kunst 1861 No. 20S. 229 f. — Vgl. auch Coussemaker, E. de, Ilistoire des instruments de musiqueau moyen-äge. Paris 1859, besonders abgedruckt aus den Annales arehdol. Vol. Illsqq.
5) Einhardi Annal. ad a. 757. 1, 10 bei Pertz, M. G., 1, 141 ; vgl. Rett-berg, F., Kirchengeschichte Deutschlands 2, 773.
6) ErmoldNigell. III. 639 bei Pertz 2, 513; vgl. Rettberga, a. O.
Otte, Kunst-Archäologie. J 5