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1 (1868)
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Altarbekleidung.

Crodo-Altar in der Vorhalle des ehemaligen Doms zu Goslar, ein Guss-werk aus Bronze , welches aus einem von vier knieenden Figuren ge-tragenen, in einem Stücke gegossenen rechteckigen Kasten (3 F. 2 Z.lang, 2 F. 4 Z. breit, 2 F. 5% Z. hoch; mit den Trägern 3 F. 9% Z.hoch) besteht, hatte vermuthlich ursprünglich eine andere Bestimmung,ist jedoch, wie die mit den fünf Weihekreuzen versehene , den Deckelbildende Platte aus weissem Marmor und die unter derselben befestigteCapsa beweist, als Altar im kirchlichen Gebrauche gewesen. *)

In jeder Altarplatte sind fünf kleine Kreuze \)('l eingehauen,vier auf den Ecken und eines in der Mitte, in denen, nachdem sie zuvormit Weihwasser und Salböl bezeichnet sind, der Bischof hei der Weihedes Altars mittelst kreuzweis hineingelegter Wachskerzenfäden 5 Weih-rauchkörner ('') verbrennt. Altarplatten aus Sandstein, Kalkstein,Marmor, Porphyr etc., auch aus Glimmerschiefer (in der Krypta desDoms zu Naumburg), dem man eine wunderthätige Kraft beimaass.Prachtvoll und höchst kostbar ist die Platte auf dem Hochaltar des Domszu Magdeburg von jaspisartigem röthlicliem Marmor, 14 F. lang, 6 F.3 Z. breit und 1 F. dick, ein Geschenk Erzbischofs Dietrich (j- 1307).Das Gewicht derselben wird auf mehr als 1 1S Centner geschätzt, undder Werth in älteren Schriften auf zwei Tonnen Goldes angegeben. a )Die Grösse der Altäre ist sehr verschieden und richtet sich nachdem zu Gebote stehenden Raume. Das Trierer Coneil von 1227 (Hartz-heim, Conc. Germ. 3, 529) weist die Priester an nicht so kleine Altärezuzulassen, an denen sie nur mit Furcht eelebriren könnten. 3 ) Der obenbeschriebene Hochaltar des Magdeburger Doms gehört zu den grössesten,die überhaupt Vorkommen. zu den kleinsten ohne Zweifel eine in derKlosterkirche zu Zinna an der Rückseite des Hochaltars angebrachte (alsonach Westen gerichtete) romanische Steinconsole von ll/jXt) 1 /» Z. mitdem (ausgeleerten) 2 1 /«X- , A Z. grossen Sepulchrum in der Mitte.

Anmerkung. Die völlige Schmucklosigkeit der meisten Altäre deutetauf die uralte Sitte dieselben an ihren Seitenwänden und besonders an derVorderseite zu bekleiden ( vestire) , und man bediente sich dazu der mitbildlichen Darstellungen geschmückten Vorsetztafeln ( antipendia , fron-tal!a) aus edlen Metallen, aus Stein oder aus Holz, am häufigsten jedochgestickter, auch bemalter Teppiche, die indess wohl nicht immer auf Rahmenausgespannt wurden, sondern wahrscheinlich meist in freier Faltung herab-hingen. Goldene und silberne Antipendien sind grösstentheils unter denStürmen der Zeit zu Grunde gegangen. Im Schatze des Münsters zu Aachenbefinden sich angeheftet an den Gewänden des Schatzschrankes siebzehn ge-triebene Goldplatten, welche spätestens aus der Zeit der Ottonen herrührenund ehemals ein Antipendium des Hochaltars bildeten. 4 ) Die goldene undsilberne Vorsetztafel aus dem X. Jahrh., womit die Vorder- und die Hinter-

1) Mithoff, Archiv für Niedersachsens Kunstgesch. III. Abth. 1. Lief. S. 9 u.Taf. VII.

2) Koch, der Dom zu Magdeburg S. 92.

3) Vergl. Jakob, die Kunst im Dienste der Kirche S. 97.

4) AVeerth, E. ausin, Kunstdenkm. des christl. M. A. in den RheinländernI. Abth. Bildnerei. Bd. II. Taf. XXXIV. 1.