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Altartisch.
in den Vorhallen oder sonstigen Nebenräumen umherstehend: z. B. eineganze Sammlung in einer dunklen Kammer im Thurme der Marienkirchezu Berlin. ')
32 . Die einfachste, seit dem VI. Jahrhundert gesetzlich gewor-dene Gestalt des Altars ist die eines sarkophag-förmigen steinernenTisches {mensä) 1 2 ), der mit einer gewöhnlich aus Einem Steine ge-hauenen Platte bedeckt ist. In der Altarplatte, oder vorn unter der-selben, befindet sich eine länglich viereckige, mit einem Steine [sigil-lum ), gewöhnlich mit einer Mannortafel, verschlossene Vertiefung(Reliquiengraft, sepulchrum) zur Aufnahme eines bleiernen Kästchens[cupsä) mit der Weihungsurkunde und den Reliquien, die, wenn auchnoch so klein, nicht fehlen durften, da jeder Altar, im Anschlüsse andie altchristliche Abendmahlsfeier über den Gräbern der Märtyrer,das Grab eines Heiligen vorstellt. In der griechischen Kirche ist derAltar ein auf Säulen ruhender Tisch, welche Form im Abendlandenur selten vorkommt.
Ein sehr alter Altar befindet sich in der Stephanskapelle (dem sog.alten Dom) des Domkreuzganges zu Regensburg 3 ) : ein aus einem Blockegehauenes vierseitiges Prisma von (i F. 8 Z. Länge, 4 F. 3V 2 Z. Breiteund 3 F. 4'/ s Z. rhl. Höhe, innerlich ausgehöhlt und an den Seiten miteiner Reihe fensterähnlicher Oeffnungen versehen; man konnte also inder-gleichen Altäre hinein und die darin befindlichen Reliquien sehen. Auchin der ehemaligen Klosterkirche von Petershausen war der alte Altar hohlund aus fünf Steinplatten zusammengesetzt 4 ): sonst pflegen die mittelalter-lichen Altäre massiv aufgemauert, und zuweilen am unteren Theile, hintenoder auf einer Seite, nur mit einem Schranke für Utensilien etc. versehen zusein. Die meisten Altäre sind zwar ganz schmucklos und höchstens obenmit gegliedertem Simswerke versehen, doch finden sich auch solche, derenVorderseite (oft in der Weise antiker Sarkophage) mit Bogenstellungenund Sculpturen verziert ist, z. B. der äusserst geschmackvoll mit Säulen,Blattgesimsen und Vierpass-ähnlichen Füllungen geschmückte spät-roma-nische Altar in der Michaeliskapelle (im Thurm) der kathol. Kirche zu
1) Die Abbild, eines, wenn auch nicht aus dem XI., doch mindestens aus demXIII. Jahrh. stammenden Triumphkreuzes in der Stiftsk. zu Inichen in Tirol, s. Mit-theil. d. k. k. Central-Commission etc. (1858) 3, 237.
2) Der Abendmahlstisch der alten Christen war aus Holz; die Donatisten zer-störten die Altäre und verbrannten sie (Op tat. Milev. de schismat. Donat. 1. 6).Ein steinerner Altar (rö 9-vaiaar^Qiov .... MS 0 ? InrC) wird von Gregor von Nyssa.erwähnt (Opp. 3, 309) und vom Cone. Epaon. anno 517 c. 20 (Altaria nisi chris-matis lapidea unctione non sacrentur) geboten. — Vergl. Rheinwald, Archäol.S. 130 f.
3) Schuegraf, Dom zu Regensburg Thl. 1, Taf. 1; vergl. Otte, Gesell, derdeutschen Baukunst S. 235.
4) Chron. l’etershus. in Mone, Quellensamml. der bad. Landesgesch. 1, 101 a;vergl. Wackernagel, W., in den Mittheil, der Gesellsch. für vaterlünd. Alter-thümer in Basel VII. S. 3.