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1 (1868)
Entstehung
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Laienaltar.

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stehenden Crucifixe ist (also gewöhnlich die nördliche), heisst die Evan-gelien-, die linke (südliche) die Epistelseite ( cornu evangelii, cornuepistolae) , weil nördlich das Evangelium, südlich die Epistel verlesenwird. Die Evangelienseite heisst auch die Brotseite, und die Epistelseitedie Kelchseite, weil links vom Priester das Brot, rechts der Kelch aufge-stellt wurde. ') Der Hochaltar steht um mehrere Stufen erhöht; beiden Seitenaltären genügt schon eine Stufe. Jeder Altar ist einem odermehreren Heiligen gewidmet, der Hochaltar stets dem Titelheiligen derKirche, und nach Festsetzung eines Trierschen Provinzial-Concils von1310 (Hartzheim a. a. O. 4, 142) soll in jeder Kirche vor oder hinteroder über dem Altäre durch ein Bild oder eine Inschrift deutlich bezeichnetsein, zu Ehren welches Heiligen der Altar errichtet ist *) ; es finden sichdaher auf den Altären in der Begel die Bilder derjenigen Heiligen, denender'betreffende Altar gewidmet ist.

'Einen ausgezeichneten Bang unter den Nebenaltären nimmt der inden meisten grösseren Kirchen unter dem Scheidbogen zwischen Chorund Schiff errichtete Altar ein . welcher regelmässig dem heil. Kreuzegewidmet und in Stifts- und Klosterkirchen für die Laiengemeinde be-stimmt ist ( altare s. crucis, altare laicorum). Auf dem Baurisse von St.Gallen ist ein Altar » s. salvatoris ad cruccnm und darüber ein grossesKreuz » crux pia, vita, salus miserique redemptio mundiv. mitten im Schifteangegeben. Ueber dem Kreuzaltare war es Sitte, auf einem durch dieKirche gezogenen Querbalken, oder frei aufgerichtet, auch in Kettenhangend (in der Klosterkirche zu Wechselburg (XIII. Jahrh.], im Domezu Halberstadt, in der Klosterkirche in Berlin, Johanneskirche zu Danzig),ein colossales, aus Holz geschnitztes Crucifix, das Triumphkreuz,crux triumphales (weil unter dem Triumphbogen aufgestellt; vgl. obenS. 39) mit den Statuen der Maria und des Johannes zu den Seiten, imXVI. Jahrhundert zuweilen eine freistehende und deshalb auf beidenSeiten bemalte , die Kreuzigung und die darauf folgenden Scenen dar-stellende Tafel (im Dome zu Merseburg früher ; jetzt über der südlichen'Brüstungswand des Chores aufgestellt) anzubringen. In manchen Gegen-den hat man in neuerer Zeit aticli in katholischen Kirchen die Triumph-kreuze fast überall mit besonderem Eifer beseitigt, doch finden sich nochviele, zuweilen sehr alte, sicher bis ins XII. u. XIII. Jahrh. hinaufreichende,

1) Tlii e t m ar i (Jhronicon 1. (i, rec. AV agne r p. 251. Die Gründe für diese alteSitte bei Gobelinus Persona p. 251). Nähere Auskunft geben auch die VerseHildeberts von Tours (f 1143) :

lila sacramenta modo vario ponuntur in ara.

Oblati panis dextra tenet calicem,

In cruce pendentis quoniam latus omnipotentisDextrum sanguineam vulnere fudit aquam.

Non repreliendendum si panis in anterioriParte locatur, habens posterius calicem.

Illius ordo prior tenet intuituin rationis,

Posteriorque favet usibus ecclesiae.

Vergl. Binterim, Denkwürdigkeiten etc. IV. 3, 388.

2) Jakob a. a. 0. S. 09.

O tt e , Kunst-Archäologie.