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Altäre.
christlichen Altar in Didron, Annales arelieologiques 4, 238. 285 und 8, 18!enthaltenen Abhandlungen von Didron, Texierund Dd. II. Lief. I von. Rarad, auch Viollet-le-Duc, Dictionnaire raisonnd de l’ArchitectureFrancaise 2, 15—56.
31. Der Altar [altare], welcher in der alten Kirche frei vor derApsis stand, trat im Mittelalter in die Chornische zurück und erhieltzur Unterscheidung von den schon im Y. Jahrhundert-erwähnten, imLaufe der Zeiten mit der allgemeinen Einführung der Privatmessenimmer häufiger werdenden Seitenaltftren (Votiv- oder Messaltären,altaria minora j , die besonderen Heiligen von einzelnen Personen,Familien und ganzen Corporationen gewidmet wurden, den NamenHochaltar, Fronaltar [altare majus, summum altare, altareprincipale).
Der Name Altar (ara, ■O’uaiadTijfjiov) bezeichnet die Opferstätte,wo das Opfer des neuen Testamentes und die Gebete dargebracht werden.Eusebius (de vita Const. 4, 45) erwähnt, dass die zur Einweihung derKirche des heil. Grabes nach Jerusalem entbotenen Bischöfe theils ge-predigt und die Schrift ausgelegt, theils aber die Gottheit mit unblutigenOpfern und mit Gebeten versöhnt hätten (■ O'enluig üvui'ftoig nui f-ivmixulghyuttyylcug ro \le7on Slüaxovro), und Paulinus von Nola (ep. 1 1. ad Seve-rum) nennt diese Kirche reich an goldenen Altären.- Schon die karolingi-schen Capitularien (capit. Carol. M. anno 805 c. 6, bei Hartzheim,Conc. Gerni. 1, 388) untersagten zwar die übergrosse Anzahl, und dasMainzer Provinzial-Concil von 1261 (ibid. 3, 599) verordnete sogar dieHinwegnahme der überflüssigen Altäre aus den Pfarrkirchen, für welchehöchstens drei zu gestatten seien ’) , allein dergleichen Verbote drangennicht durch: ap-f dem Baurisse von St. Gallen (s. oben S. 43) sind inder Klosterkirche 17 Altäre angegeben, und zu Ende des M. A. hattender Dom zu Magdeburg 48, die Marienkirchen zu Danzig 46, zu Stralsund44, zu Frankfurt a. d. O. 36, die Cisterzienserkirche in Ebersbach 35,der Dom zu Meissen 32, die Frauenkirche zu München und die Nicolai-kirche zu Jüterbog 30 , St. Victor zu Xanten 24, die Stiftskirche zuQuedlinburg 22 Altäre, und die städtischen Pfarrkirchen wetteiferten alsoin dieser Beziehung mit den Kathedralen und Stiftskirchen. — Der Hoch-altar steht regelmässig frei in der Apsis (oder, wenn die Kirche recht-eckig schliesst, am östlichen Ende des hohen Chores) , die an den Wän-den und Pfeilern der Kirche errichteten Seitenaltäre dagegen sind ge-wöhnlich an einer Seite mit dem Mauerwerke verbunden. Auf dem Planevon St. Gallen sind die Nebenaltäre von Schranken umzogen und lehnensich mit der Rückseite gegen die östliche Schranke. — Die Front derAltäre ( aspectus) ist möglichst nach Westen gewendet 1 2 ) , mit Ausnahmedes nach Osten schauenden in den Westchören (s. oben S. 44), wobei esjedoch zweifelhaft bleibt, welche Stellung hier der Liturg einnahm (s. obenS. 1L). Diejenige Seite des Altars, welche rechts von dem auf dem Altare
1) Vergl. Jakob, die Kunst im Dienste der Kirche. S. 67.
2) Vergl. Treiber, J. F., de situ altarium versus Orienten!. Jen. 1668.