Beneclictinerklöster.
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A n li a n g
über die baulichen Einrichtungen der Klöster bei den ver-schiedenen Hauptorden.
(Vergl. oben Anmerkung 3 zu § 13 S. 13 ff.)
L'enoir, Alb., Architecture monastique. I. Partie (Yol. 1), II. et III.Partie (Vol. 2). Paris 18-10. — de Caumont, Abdeedaire ou Rudimentd’Archäologie (Architectures civile et militaire) 2. Ed. Paris 1858. p. 4 — 202. —Vergl. oben § 20 u. Anmerk. 1 u. 2.
Der Typus der klösterlichen Anlagen ist dem Grundplane nach seit derältesten bis in die neuere Zeit wesentlich gleich geblieben , und charakte-ristisch erscheint für dieselben ein freier rechteckiger Hofraum in der Mitte,welchen die verschiedenen, die eigentliche Clausur bildenden Baulich-keiten umgeben. Die eine, gewöhnlich die nördliche, seltener die südlicheSeite wird von der Klosterkirche begrenzt, und der rings um gehende Kreuz-gang (s. oben S. 77ff.) vermittelt die Communication. Mit Ausnahme desneuen Bestandtheiles der Kirche ist dies ganz der Grundtypus der antik-römischen villa urbana, während die neben der Clausur belegenen Wirth-schaftsgebäude der mit dem herrschaftlichen Wohnhofe grenzenden villarustica entsprochen ; man ist daher zu der Annahme berechtigt, dass diebauliche Anlage der grossen römischen Villen den ersten Klöstern als Vor-bild gedient hat.
Von den baulichen Einrichtungen einer grossen B ene di ctin er-Abteider karolingischen Zeit ist uns durch den bereits oben S. 28 erwähnten,für das Kloster St. Gallen entworfenen Plan eine genaue Kenntniss über-liefert. Die ganze Anlage bildet ein Viereck von 430X30U E. Fläche. Dieverschiedenen, meist viereckigen und einstöckigen Häuser sind, ein förm-liches Städtchen von etwa 10 Firsten bildend, durch Gassen von einandergetrennt und umschliessen in ihrem Innern fast alle einen Hof. In der Mittedes Ganzen steht die Kirche mit der südlich anstossenden . aus drei zwei-stöckigen Flügeln bestehenden Clausur, theilweise durch eine Hecke vonden übrigen Gebäuden abgeschlossen. Der östliche Flügel ist das eigent-liche Wohnhaus der Mönche mit der Wärmstube (calefactoria domus) untenund dem Schlafsaale (dormitorium) oben. Der südliche Flügel enthält denmit der Kleiderkammer ( vestiarimn ) übersetzten Speisesaal {refectonum), undder westliche im Erdgeschosse die Kellerei und oben verschiedene Vorraths-kammern. Der vierte, an dem südlichen Seitenschiff der Kirche hinlaufendeFlügel des Kreuzganges diente für die Berathungen des Convents und ver-tritt den späteren, seit dem X. Jalirh. vorkommenden Capitelsaal. Nördlichvon der Clausur befinden sich das Gasthaus, die äussere Schule, das einerBasilica mit offenen Seitenschiffen gleichende Abthaus und die Wohnung derAerzte ; östlich sind das Krankenhaus und die Novizenschule mit ihren an-einanderstossenden Kirchen , der einem Garten gleichende Begräbnissplatzund zwei Gärten; südlich die Werkstätten der Künstler, Handwerker und