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Prämonstratenser.
Knechte ; auf der Westseite endlich befinden sich die Ställe. — Ganz die-selbe Anlage wie die der Benedictiner hatten auch die Glausuren der mitden Bischofsitzen verbundenen Domcapitel ( monasteria clericorum) undder im X. Jahrh. entstandenen Collegiatstifter, deren Capitularen die nachdem heil. Augustinus benannte Regel befolgten. Wie in den Klöstern fürden Abt eine besondere Wohnung ausserhalb der Clausur und oft auf dergegenüberliegenden Seite der Kirche errichtet war, so auch bei den Kathe-dralen die bischöfliche Pfalz ( palatium) , die oft befestigt war (arx episcopa-lis), und nachdem die Capitularen seit dem XII. und XIII. Jahjh. das ge-meinschaftliche Leben allgemein aufgegeben und die Clausur den Vicarienüberlassen hatten. wohnten auch sie auf besonderen Höfen ( curiae canoni-cales), die innerhalb des bischöflichen Jurisdictions-Bezirkes (auf der Dom-freiheit) belegen waren. Eine Domherrn-Curie aus der ersten Hälfte desXIII. Jahrh. ist die Curia St. Acgidii am Domplatze zu Naumburg a. d. S. :ein zwei Stock hohes quadratisches Gebäude ; im Obergeschoss, welches alsOratorium gedient haben wird, mit einer erkerartig vorgekragten Apsis. *) ■—Ausgedehnte, zum Theil noch aus dem XL, grösstcntheils aus dem XIII.Jahrh. herrührende Stiftsbaulichkeiten finden sich auf der Südseite desDomes zu Trier : am nördlichen Elügel des Kreuzganges der langgestrecktezweischiffige Capitelsaal und am östlichen Flügel zwei ähnliche, aber breitereRäume von unbekannter Bestimmung. Am südlichen Flügel lag das 1806abgetragene geräumige Refectorium; alle diese Gebäude waren ursprünglichzweistöckig, und das Dormitorium soll im Obergeschoss des ehemaligenWestflügels befindlich gewesen sein. 2 )
Von Baulichkeiten der Prämonstratenser bietet das Liebfrauen-kloster zu Magdeburg. welches von dem Stifter dieses Ordens, dem heil.Norbert selbst 1 129 gegründet wurde, die ältesten Ueberreste noch aus derStiftungszeit in einem vor der Nordseite des Kreuzganges lagernden mächti-gen Bau. Derselbe besteht aus drei langen, 24 F. breiten Tonnengewölbenüber einander, von denen das oberste zu ebener Erde, mit dem Kreuzgangefast von gleicher Plöhc, das Refectorium gewesen zu sein scheint, währenddie beiden unteren , tief in der Erde liegenden Gewölbe zwei Vorrathskellerübereinander bilden. Der nicht viel jüngere Kreuzgang selbst erweitertseinen westlichen Flügel in eine grosse, zum Theil von Marmorsäulen ge-tragene Doppelhalle : der Ueberlieferung zufolge die ehemalige Gerichtstättedes Stiftspropstes. 3 j — Ueber die Tonsur s. Fig. 31 S. 79.
Bei den Bauten der Cisterzienser 4 ), welche sich ebenfalls imXII. Jahrh. von Frankreich aus schnell über Deutschland verbreiteten, istzunächst die eigenthümliche Grundrissbildung des. östlichen Theiles der imXII. bis XIII. Jahrh. errichteten Kirchen dieses Ordens hervorzuheben, dieauf zwei von einander verschiedene, aber unter sich verwandte französischeMuster, die (nicht mehr existirende) Mutterkirche zu Citeaux selbst und die
1' Puttrich, Denkm. II. Serie Naumburg. Bl. 27.
2) Schmidt, Chr. W., Baudenkm. in Trier. Lief. II.
3) v. Quast, in der Zeitschr. für christl. Arcliäol. u. Kunst. 1, 213.
-1; Sohnaase, Gesell, der bild. Künste 5, -108; vergl. Otte, Gesch. der deut-schen Baukunst S. 293 ; besonders auch Feil, Jos., in den mittelalterl. Ivunstdenkm.des Österreich, Kaiserstaates 1, 1 ff.