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Capitelsaal. — Refeetorium.
nach ihrer Lage unterschieden werden können. Der Capitelsaal ( conventus ,cnpitulum) pflegt nämlich in der Nähe der Kirche an der östlichen Seite desKreuzganges zu liegen, von dem er häufig nicht durch eine geschlosseneThür, sondern nur durch offene Bogenstellungen getrennt ist. Im Innernist rings herum eine Steinbank angebracht für die Brüder, die sich hier täg-lich nach dem Morgengottesdienste unter dem Vorsitze des Abtes oderStiftspropstes versammelten zum Vortrage eines Capitels aus der Ordens-regel, zu richterlichen Verhandlungen und Berathungen etc. Auch dientedieser zuweilen mit einer Kapelle verbundene Saal zu Begräbnissen derCapitularen. — Das Refeetorium ist der gemeinschaftliche Speisesaal undliegt wegen des Duftes der Speisen entfernt von der Kirche an der gegen-über liegenden Seite, gern in der Nähe des Brunnenhauses (s. die vorstehendeAnmerk. 1.) und bei der Küche. Zu seiner monumentalen Ausstattung ge-hört eine emporenartige Steinkanzel, von welcher während der Mahlzeit ausdem Leben der Heiligen vorgelesen wurde, und ein Steinbecken ( lavaio ,concavarium) , in welchem sich die Tischgenossen nach dem Essen dieHände (im Winter mit warmem Wasser) wuschen. In vielen Klöstern warenzwei Refectorien, das eine für den Sommer ( refeetorium aestivale ), das an-dere, heizbar, für den Winter ( refeetorium hibernmn). Vergl. Lenoir, Ar-chitecture monastique 2, 320sqq. und weiter unten den Anhang zu diesemAbschnitte über die bauliche Einrichtung der Klöster.
Fig. 33. Lavabo in Kloster Walkenried (nach Lotz).