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1 (1868)
Entstehung
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Kreuzgang.

dagegen mit grösserer Wahrscheinlichkeit - auf die Bestimmung für Pro-cessionen (Kreuzgänge, weil ein Kreuz vorausgetragen wird) bezogen.

Die Lage des Kreuzganges ist gewöhnlich südlich von der Kirche *)(gegen Norden von dieser geschützt und mit sonniger Lage des rings um-schlossenen Rasenplatzes) , wie er bereits auf dem Plane von St. Gallen(S. 28.) sich angegeben findet als ein bedeckter Gang ( porticus) mit hohenRundbögen (arcus) und vier Thiiren, welche sich nach dem freien Platze,der hier nicht der Friedhof ist 1 2 ), öffnen. In der Mitte dieses freien Rau-mes, zu welcher von den Thiiren vier einander sich im rechten Winkeldurchkreuzende Pfade (» quatuor semitae claustri per trans'versum «) führen,steht auf einem quadratischen, von Fusswegen umgebenen Rasenplätzchenein Sefibaum ( savina ). — Die Anlage des Kreuzganges westlich von derKirche, wie sie bei St. Gereon und Maria auf dem Capitol zu Cöln, aucham Dome zu Paderborn vorkommt, ist eine wohl lediglich in localen Ver-hältnissen begründete Ausnahme. Die einzelnen Bögen der Kreuzgängesind entweder als ganz offene Schwibbögen behandelt und nur durch eineBrüstungswand vom Gottesacker getrennt (Dom zu Merseburg etc.) oderals Fensteröffnungen, zwar mit Stab- und Maasswerk gefüllt (Dome inTrier und Magdeburg, Minoriten in Cöln etc.), aber gewöhnlich ohneVerglasung; (mit Glasfenstern geschlossen z. B. im Stifte Heiligenkreuz).Der älteste Kreuzgang (etwa vom Ende des XI. Jahrh.) hat sich in demNonnenstift auf dem Nunberge in Salzburg erhalten; zu den grössestenund prachtvollsten Kreuzgängen aus älterer Zeit gehören die im Lieb-frauenkloster zu Magdeburg, beim Dome zu Trier, beim Grossmünster zuZürich, neben der Stiftskirche zu Aschaffenburg, bei St. Emmeram inRegensburg, in Klosterneuburg etc. Die Kreuzgänge zu Königslutter,Paulinzelle, Pforta etc. , sind zweischiffig. Der noch in einem Bruch-stücke erhaltene Kreuzgang neben der ehemaligen Stiftskirche zu Asbeckim Münsterlande erscheint insofern als einzig in seiner Art, als er sichin zwei fast gleich hohen und gleiclimässig weiten Bogenstellungen übereinander erstreckte, während sonst das Oberstockwerk nur von Fensterndurchbrochen wird.

Anmerkung 1. Häufig stellt mit einer Seite des Kreuzganges , wiein den Cisterzienserklöstern zu Maulbronn, Heiligenkreuz, Lilienfeld,Zwetl etc. , ein Brunnenhaus in Verbindung, welches kapellenartig an-gelegt, rund oder polygonisch nach dem Friedhofe heraustritt, in Maulbronn

1) »Ihr pallast und ihr dormeter war yen Meridiane,

Em kreuzgang, wohl geformter dazwischen lag, des toaren sie nicht ane,

Als es zu bräderschafte wohl gehörte.«

Der jüngere Titurel 112 S. 378.

2) Der Begräbnissplatz liegt entfernt neben dem Küchengarten des Klosters undist mit allerlei .Fruchtbäumen bepflanzt, wie es überhaupt ursprünglich Sitte war, dasssich der Gottesacker ausserhalb der Clausur befand, zuweilen-so weit entfernt, dassdie Leichen auf einem Wagen dahin gebracht werden mussten , und nicht selten aufder Spitze eines Berges im frischen Waldesdunkel. Im XI. Jahrh. war zur Anlageeines Begräbnissplatzes neben der Klosterkirche noch bischöfliche Erlaubniss erforder-lich. Vergl. Martene, de antiquis eecl. rit. I, 707; Heider, G., in den Mittheil,der k. k. Central-Oommission etc. 1 SSO. 1, 57.