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1 (1868)
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Triforium. — Kreuzgang.

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kirche in Kuttenberg, Marienkirche in Stargard etc.) über den Arkadenbögenund unterhalb der Oberlichter in der Mauerstärke angebrachten, ein Mittel-

Fig. 30. Triforium zu St. Sebald inNürnberg (nach Kallenbach).

geschoss bildenden Galerien ILaufgänge), die einerseits zur Belebung derWandfläche dienen, andererseits zu einer leichteren Communication nachallen Theilen des Gebäudes nutzbar sind. Nach dem Vorgänge der eng-lischen Archäologen werden diese Galerien gewöhnlich Triforium (d. i.Dreiöffnung) genannt, weil sie sich in mindestens drei, gewöhnlich aber meh-reren , in Gruppen zusammengeordneten kleinen Bogenstellungen nach demInnern der Kirche öffnen ; äusserlich sind sie zuweilen (Dom zu Cöln) mitFenstern versehen , wenn die Dachconstruction der Seitenschiffe solches ge-stattet. ') Seltener sind altanartig vortretende Galerien am Fusse der Fenster(Chor von St. Lorenz in Nürnberg), sehr häufig aber schmale Gänge aufMauerabsätzen (Mönchsgänge) zu dem Zwecke, um, besonders bei Re-paraturen, mit Leichtigkeit zu allen Theilen des Gebäudes gelangen zukönnen (Liebfrauenkirche zu Trier). Aehnliche Bewandtniss hat es meisten-theils mit den äusserlich angeordneten Galerien: doch haben diese, nament-lich wenn sie als Altane über Portalen angebracht sind (Lorenzkirche inNürnberg, Marienkirche zu Mühlhausen in Th.) auch gottesdienstlicheZwecke : Vorzeigung von Reliquien etc.

29. In Klöstern und Stiftskirchen schliesst sich an eine Langseiteder Kirche (von V nach S des Grundrisses S. 35) , mit derselben inVerbindung stehend, der Kreuzgang [ambitus) 1 2 ) : ein gewöhnlichaus vier Bogenhallen bestehender Umgang, welcher einen freien vier-eckigen Kaum, den Klosterhof oder Gottesacker (coemeteriumcontiguum ) , umschliesst, und sowohl zu Grabstätten benutzt wurde,als für Processionen und zum Lustwandeln der Mönche diente. DerKreuzgang, der in einem obern Stockwerke die Mönchswohnungenenthält, vermittelt die Communication mit den anstossenden Kloster-gebäuden.

Der Name » Kreuzgang « wird von Einigen zwar von der fast stets an-gewendeten Ueberdeckung mit Kreuzgewölben abgeleitet, von Anderen

1) Sclniaase, Gesch. der bild. Künste IV. 1, 232; Kugler, Gesell, der Bau-kunst 3, 9.

2) Bei den Karthäusern heisst der Kreuzgang Galilaea; s. unten den Anhangzu diesem Abschnitte über die baulichen Einrichtungen der Klöster.