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Emporen.
scheinen nur in Frauenklöstern des X. bis XII. Jahrhunderts vorgekom-men zu sein: Essen (ehemals), St. Ursula in Cöln, Gernrode, St. Georgin Prag; zu Anfang des XIII. Jahrh. findet sich diese Anordnung invielen Gewölbebauten des Rheinlandes (Pfarrkirche zu Andernach, Mariain Lyskirchen zu Cöln, Kirchen zu Bacharach, Sinzig, Heimersheim,Linz, Erpel, Dom zu Limburg a. d. L. etc.), auch im hohen Chore desDomes von Magdeburg (der sogen. Bischofsgang), anscheinend aus con-structiven Rücksichten, und ohne dass über die gottesdienstliche Bestim-mung der Emporen etwas nachgewiesen wäre. Letztere ist ebenfalls un-bekannt in Beziehung auf die z. B. im sogen, alten Dom zu Regensburg,mehrfach in Westfalen und in vielen älteren einschiffigen LandkirchenBöhmens (St. Jacob, Podvinez, Tetin etc.) vorkommenden westlichenEmporen, die den Nonnenchören auch darin gleichen , dass auf ihnen zu-weilen (wie in St. Jacob) ein Altar befindlich war, wodurch sich dieselbenals Bctchüre für die Familie der Stifter eharakterisiren dürften. ’) Dievöllig demselben Typus entsprechenden Emporen am westlichen Endeder Hospitalkirchen zu Salzburg und Klosterneuburg sollen mit demOberstockwerke der anstossenden Spitalgebäude in Verbindung gestandenhaben. Auch die Wolfgangskirche zu Kirchberg am Wechsel vom Schlussdes XIV. Jahrh. hatte eine Emporenanlage in Westen.
Bemerkenswerthe Emporenanlagcn: der westliche Nonnenchor desMünsters zu Essen aus dem X. Jahrh. (Fig. 29), ein Halbpolygon mit zweiEmporen über einander und zw r ei nischenförmigen Kämmerchen nebender oberen; die Emporen in den Kreuzvorlagen der beiden Querschiffevon St. Michael in Hildesheim aus dem XI. Jahrh. ; der westliche Non-nenchor und der von Säulen getragene Emporumgang im Kreuzbau vonSt. Maria auf dem Capitol in Cöln aus dem XI. und XII. Jahrh. ; die denwestlichen Theil des Mittelschiffes und das ganze südliche Seitenschiffeinnehmende Empore in der Kirche des Nonnenklosters Hecklingen, eindem XIII. Jahrh. entstammender malerischer Einbau in der im XII. Jahrh.erbauten Kirche; die das Rechteck der sogen, alten Pfarr in Regensburgan allen vier Seiten umgebenden Emporen aus dem XIII. Jahrh. ; die dengesammten Raum des hohen Chores der Katharinenkirche zu Lübeck ein-nehmende, von 16 Säulen getragene romanisirend- frühgothische gross-artige Empore. — Unter den Orgelbühnen sind zu nennen die imMünster zu Strassburg, in St. Stephan zu Wien etc. ; als Mannchörezu erwähnen die Emporen in der Annakirche zu Annaberg (reich mitSculpturen geschmückt) , in der Marienkirche zu Halle a. d. S. , in derSchlosskirche zu Wittenberg, letztere sämmtlich aus dem XVI. Jahr-hundert.
Anmerkung. Von den älteren eigentlichen Emporen über den Seiten-schiffen der Kirchen, die zur Aufnahme eines Theiles der Gemeinde bestimmtw’aren, sind zu unterscheiden die seit dem XIII. Jahrh. in reicher ausge-statteten Kirchen (Münster zu Basel, St. Sebald in Nürnberg, Dom zu Lim-burg an der L., Dome zu Cöln, Strassburg, Regensburg, Prag, Barbara-
1) Mittheil, der k. k. Central-Commission etc. 1857. 2, 157.