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1 (1868)
Entstehung
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Labyrinthe. — Emporen.

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blieben auch im M. A. beliebt und haben sich in Frankreich mehrfach, inDeutschland anscheinend nirgends mehr erhalten, da das Labyrinth in St.Severin zu Cöln in neuerer Zeit zu Grunde gegangen ist. Diese, gewöhn-lich im Hauptschiffe, zuweilen heim Eintritt ins Querhaus angebrachte,eigenthiimliche Fussbodenverzierung kommt in quadratischer, runder oderachteckiger Form vor, und die concentrischen Irr-gänge derselben sind durch Steinchen von zweiverschiedenen Farben als »pavimentum sectile« dar-gestellt. Der Name Cliemins de Jerusalem(Jerusalemswege) scheint erst von den französi-schen Archäologen dafür erfunden zu sein, weildas christliche Volk seit den Kreuzzügen (wie nach-weislich zu Rheims um 1240) das Durch wandelndieser Irrgänge unter gewissen Gebeten als Ersatzfür eine Pilgerreise nach Jerusalem zu betrachtenpflegte, wozu die an das heilige Grab erinnerndeCentralform der Labyrinthe die Veranlassung ge-wesen sein mag. Im Dome von Chartres wurde das Labyrinth gemeiniglichuLieuea genannt, weil man auf den Knieen rutschend eine Stunde Zeit ge-brauchte , um bis in die Mitte zu gelangen: die Schlangenwindungen des-selben waren 668 F. lang. — Dass übrigens nicht bloss die Darstellungselbst, sondern auch der Name Labyrinth sich aus der heidnischen Kunstins Mittelalter fortgepflanzt hatte, ist erwiesen. 1 )

28. Emporen (provinziell Emporkirehen, Porkirchen, auchPriechen oder Chöre genannt), in der morgenländisclien Kirche fürdas weibliche Geschlecht seit den ältesten Zeiten allgemein üblich,kommen im Abendland, abgesehen von einigen den byzantinischenTypus befolgenden Centralbauten, zunächst nur in den Kirchen vonFrauenklöstern vor, wo sie, dem vorhandenen Bedürfnisse eines völligabgesonderten Raumes für die Schwestern entsprechend, seltener überden Seitenschiffen, gewöhnlich als Nonnencliöre am Westende desMittelschiffes über der Vorhalle, als ein sich über einer Brüstung inBogenstellungen öffnendes Obergeschoss angeordnet sind. In anderenFällen ist der Zweck dieser vom XI. bis XIII. Jahrh. sehr häufigenEmporen nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen ; doch darf man, wosie in den Kirchen von Mönchsklöstern Vorkommen, mit Wahrschein-lichkeit annehmen, dass sie für weibliche Kirchenbesucher dienten,oder, wenn mit dem Mönchskloster ein besonderer Nonnenconventverbunden war, den Schwestern als abgeschlossenes Oratorium (Bet-

il NachDidron findet sich in Lucca auf einen Stein gravirt die Zeichnungeines Labyrinths von l % E. D. mit der Majuskel-Beischrift:

Hic quem Creticus edit Dedalus est laberintus,

De quo nullus vadere quivit, qui fuit intus,

Ni Theseus gratis Adriane stamine jutus.

Fig - . 28. Labyrinth aus th«rPfarrkirche zu St. Quintin(nach Crosnier).