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1 (1868)
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71
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Mustern weit verbreitete Anwendung', ln einfachen Gebäuden undin Landkirchen genügte gewöhnlicher Estrich. ')

Der gegenwärtige Fussboden in vielen alten Kirchen liegt höher alsder ursprüngliche, woher es kommt, dass die Fussgesimse der Pfeilerund Säulen oft verdeckt sind, wie in der Klosterkirche zu Driibeck etc.Nachgrabungen in dem uralten Kerne des Domes zu Trier haben ergeben,dass der älteste römische Fussboden (> F., ein späterer aus dem VI. Jahrh.1 F. und ein dritter aus dem XI. Jahrh. 1% F. tief unter dem imXVII. Jahrh. gelegten modernen Pflaster liegt. 2 ) — In der Martins-kapelle zu Freising entdeckte man den ursprünglichen Fussboden untereiner Aufschüttung von fast 7 Fuss.

Bruchstücke eines ehemals im Chore des Domes zu Hildesheim be-findlich gewesenen Mosaikfussbodens mit biblischen und allegorischenDarstellungen werden in der Laurentiuskapelle des Domes aufbewahrt 3 );andere Ueberreste finden sich im Dom zu Chur, auch in St. Gereon zuCöln, und in den Kirchen zu Laach und Sponheim ein Buntpflaster ausverschieden gefärbten kleinen Ziegelplatten. — Der Cisterzienser Bernhardvon Clairveaux 4 ) im XII., und die Acta Mediolanensia 5 ) im XVI. Jahrh.erklärten sich gegen Musivbilder heiliger Gegenstände im Pflaster, wo siemit Füssen getreten würden. Statt solcher figürlichen Darstellungen, derenTechnik (Opus tesselatum) diesseits der Alpen seit dem XII. Jahrh. über-haupt gänzlich ausser Uebung gekommen zu sein scheint, wurden späterPflasterungen sehr beliebt, welche aus figurirten, meist glasirten Back-steinplatten von 4 — 6 Z. im Quadrat bestanden, auch rautenförmig oderrund Vorkommen, und Teppichmuster bildeten.'') Dergleichen Fuss-

1) Ueber die verschiedenen Pflaster-Mosaiken des M. A. vergl. Decorde,Pavage des üglises dans le pays de Bray. Paris JS5S. Vergl. auch Reichensper-ger, A., Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchl. Kunst. S. 49.

2) de Roisin, la Cathedrale de Treves p. 35 et 105.

3) - Vergl. Piper, Ferd., Mythologie der cliristl. Kunst 2, 700. Ein Medaillondieses Musivbodens stellt sogar die li. Dreieinigkeit (als ein dreifaches Gesicht) dar;der h. Bernhard hatte also Grund zu seiner Polemik.

4) Ep. ad Wilhelmum Abb. (Opp. I , 514); At quid saltem sanctorum imaginesnon venerentur, quibus utique hoc ipsurn, quod pedibus conculcatur, pitet pavimen-tum; saepe spuitur in os angeli, saepe alicujus sanctorum facies calcibus tunditurtranseuntium. Et si non saeris imaginibus, cur vel non parcitur pulchris coloribus ?Cur decoras, quod mox foedandum est? Cur depingis, quod neeesse est conculcari?

5) Instruct. fabricae eccles. p. 4 09 : In pavimento neque picturaneque sculpturaerux exprimatur, nec vero praeterea alia sacra imago etc. — Ivreuser, Kirchenbau

1, 21t».

(i) Abbild, von Mosaikziegeln: Lisch, G. C. F., Blätter zur Gesell, der Kirchenzu Doberan und Althof (Separat-Abdruck aus Jahrg. XIX. der Jahrh. des Vereinsfür meklenb. Gesell.) S. 11—25. und v. Quast, in der Zeitschr. für christl. Arcliäol.u. Kunst 2, 28fF. u. 74. — Milde, C. J., Denkm. bild. Kunst in Lübeck 1848,Heft 2. — Verliandl. des Vereins für Kunst u. Alterth. in Ulm u. Oberschwaben,

2. Bericht 184-1, S. 17; 9. u. 10. Bericht, S. 54 ; 14. Bericht mit 21 Tafeln in Bunt-druck.— Correspondenzbl. des Gesammtvereines etc. VI. Jahrg. 1S5S, S. 29. u. 67. —Mittelalterl. Kunstdcnkm. des Österreich. Kaiserstaates, herausgegeb. von Dr. G.Heider etc. 2, 170. — Ernst, L., u. Oescher, L., Baudenkm. d. M. A. inOesterreich Heft 3 Taf. 1. — Essen wein, A., Norddeutschlands BacksteinbauTaf. XXIV. 12. — Derselbe, in den Mittheil, der k. k. Central-Commission etc.1862. 7, -IS ff. — Christi. Kunstbl. 1862, S. Ijsff'.