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1 (1868)
Entstehung
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Steinbau. — Ziegelbau.

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Trachyt (Dom zu Cöln), Grauwacke; Granit und Kalksinter .(letztere zuSäulen etc.). Den Trass von Andernach findet man an den mittelalterli-chen Gebäuden längs des Rheins bis ganz hinein in Holland, in Utrechtin Verbindung mit Backsteinen, ziemlich allgemein auch in Schleswigund Jütland, doch meist nur in der Nähe der grossen Handelsplätze.

In Schwaben und Bayern: Sandstein, Kalkstein, zuweilen Backsteine'Dome zu Augsburg und Ulm, zum Körper des Gebäudes ; Frauenkirchezu München); in Tyrol und Kärnten zuweilen Marmor (Dome zuTrient und Gurk); in Steiermark Muschelkalkstein (Pfarrkirche undKarner zu Hartberg) , in Sachsen: Sandstein (Dome zu Merseburg undMagdeburg) , Muschelkalkstein (Dome zu Naumburg und Halberstadt;,Porphyr (bei Halle), Eisenstein (a. d. schwarzen Elster); in West-falen: Mergelsandstein (am Nordrande des Haardtrückens), Kalk-stein (Dom zu (Münster), hin und wieder Backstein, aber dann meist nurzum Körper des Gebäudes (Klosterkirche zu Marienfeld). — In denRheinlanden finden sich, an die römische Technik erinnernd, an denältesten Bruchsteingebäuden bis ins XI. Jahrhundert (z. B. am westlichenVorbau von St. Pantaleon und an S. Maria auf dem Capitol in Cöln, ander Stiftskirche zu Pfalzel, an den ältesten Theilen des Doms von Trierund des Münsters zu Bonn etc.) zuweilen einzelne Schichten von Ziegeln(selbst allerlei Figuren bildend) , verwendet, wodurch ebenso eine poly-chromatische Wirkung erzielt wurde, wie durch die Anwendung ver-schiedenfarbiger Hausteine (rother und weisser) im regelmässigen Wechsel(an der Durchgangshalle zu Lorsch aus dem IX. und an den Säulen undBogenstirnen aus dem XI. Jahrh. in der Michaeliskirche zu Hildesheim).

Im nördlichen Deutschland und dessen Nachbarländern, von derNordspitze Dänemarks bis nach Krakau und von den Westgrenzen derAltmark bis über die Nordostgrenze von Preusscn hinaus, ist.das in an-dern Theilen Deutschlands (z. B. in Niedersachsen, westlich von derElbe) nur sporadisch und später vorkommende Material der Ziegel. infrüherer Zeit neben dem behauenen Granit (Feldstein, Kiesling = Ge-schiebe) , später ausschliesslich vorherrschend, doch findet sich zu denGrundmauern der Ziegelgebäude der Granit, aber gewöhnlich nicht alsHaustein, sondern roh, zu allen Zeiten häufig verwendet. Die architekto-nischen Details und Zierrathen sind bei Ziegelgebäuden oft (z. B. amNiederrhein) aus Kalkstein oder aus Sandstein verfertigt.

Anmerkung 1. Das Material, je nach der Art seiner Zusammen-setzung, je nach seiner Schwere , Härte und Widerstandsfähigkeit ist nichtohne wesentlichen Einfluss auf Form, Structur und Ausschmückung derGebäude 1 2 ), wie dies besonders ersichtlich wird bei Vergleichung der Ziegel-bauten des nördlichen Deutschlands mit den Bruchsteingebäuden des Südens,oder der niederrheinischen Tuffs teingebäude mit den oberrheinischen ausl'otheni Sandstein; beide Systeme treffen hier in Ingelheim zusammen , wo

1) Vergl. IX. Bericht der Sclileswig-IIolstein-Lauenburgischen Gesellschaft fürSammlung vaterl. Alterthümer. S. 9.

2) Essenwein, die Entwickel. der mittelalterl. Baukunst mit Rücksicht aufden Einfluss der verschiedenen Baumaterialien, in den Mittheil, der k. k. Central-Commission. 1858. 3, 5 ff.