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Holzbau.
bis nach Preussen und Hinterpommern ') hinauf, viele eigenthümliche,aus starken Eichen- oder Lerchenstämmen, auch aus kiefernem Kernholz(provinziell Gehrsass genannt) im Blockverbandc zusammengeschroteneLandkirchen erhalten, mit weit vorspringenden Dächern und mit einembedeckten Laufgange [lop genannt) umbaut; die Glockenthürme stehenoft seitwärts isolirt und sind zuweilen mit Schnitzornamenten von an-sprechenden Profilirungen der Bretterbekleidung versehen, wobei in dennördlicheren Gegenden in einzelnen Formen zuweilen der spätromanische,zuweilen der gothisehe Stil ersichtlich wird, während die griechischenKirchen Galiziens und der Bukowina in ihrer ganzen Anlage byzantini-schen Typus zeigen. 1 2 3 ) Mehrere dieser Holzkirchlein sind sicher von ver-hältnissmässig hohem Alter, die ältesten (wie die zu Lubom und Syrin)wahrscheinlich aus dem Anfänge des XIV. Jahrh., die meisten aber,obwohl sie im Allgemeinen den althergebrachten Typus und die alte Tech-nik festhalten, dürften erst aus dem XVII. und XVIII. Jahrh. datiren, wieja in Polen und Russland auf dem Lande noch gegenwärtig Holzkirchengebaut werden. — In den westlicheren Gegenden Deutschlands hat sichvon alten Holzkirchen, nachdem auch die hölzerne, mit Malereien ge-schmückte Jodocuskapelie zu Mühlhausen in Thüringen, welche aus demXIII. oder XIV. Jahrh. stammte, im J. 1846 abgerissen worden, wohlnichts mehr erhalten. — Ueber die Holzkapellen in Rohrmoos und aufdem Tronsberg zu Geratsried und deren Einrichtung vergl. Augsb. Post-zeitung. 1861. No. 63. 66. 67.
In der südlichen Hälfte von Deutschland, etwa bis zur Elbe, sinddie Kirchenbauten grösstentheils aus Bruchsteinen verschiedener Art aus-geführt, z. B. am Oberrhein: aus rothern Sandstein (Münster zu Basel,Strassburg und Freiburg, die Dome zu Mainz, Spcier, Worms etc.) ; amNiederrhein 3 ): aus Tuff, Trass (provinziell Duckstein), Basalt,
1) Holzkirchen werden erwähnt im östlichen Theile von Böhmen: Ivoci bei(’hrudim 'I397 > ein grossartiger isolirter Glockenthurm in der Stadt Pardubitz, eindergleichen nach romanischem Muster neben der Georgskirche in l’raslawic bei Tur-nau; im nordöstl. Mähren: Ilozendorf, Nesselsdorf und Seitendorf (1488) bei Neu-titschein, Tychau bei Frankstadt (16. Jahrh.), Wieli-kowice a. d. Lubina; in Ober-schlesien: im Kr. Beuthen: die Margarethenkirche bei Beuthen, Dorfkirchen inBielsehowitz (z. Th. 1706), Biskupitz, Bogutseliütz, Mikulscliütz, Gr. Paniow (1 757)und Zabrze; im Kr. Leobschütz: Bauerwitz und liackau; im Kr. Pless: Dziedko-witz, Ornontowitz und Warsehowitz ; im Kr. Ratibor: Bosatz, Brzezie, Lubom (1305u. 1516), die achteckige Nepomukkapelle bei Lubom (14. Jahrh.) und Syrin (1304) ;im Kr. Rybnik: Belk, Jedlownik, Nieder-Mscliaiia, Radoschau und Ruptau; im Kr.Troppau: Stauding und Trzanowitz bei Tesclien. (Auch die Kapelle des ehemaligenKapuzinerklosters in Breslau ist ein Holzbau, von 1660). In Preussen: im Kr.Neidenburg: Bialutten, Gr. Lensk, Malga, Scharnau und Skottau; im Kr. Osterode:Leip und Peterswalde. In Ilinter-Pommern: Barenbusch bei Neu-Stettin.
2) Abbildungen solcher Holzkirchen in Leonh. Horst (v. SchatzbergReiseskizzen. I. Bl. 3, in der Zeitschr. für Bauwesen 1852. Bl. 44 (mit Text vonCuno Sp. 212) und in den Mittheil, der k. k. Central-Commission. 1856. 1, 247,und lSSS 3, S5 ff. : Wolfskron, Ad. Leop. v., über einige Holzkirchen in Mäh-ren, Schlesien und Galizien; vergl. auch: Luchs, Stilbezeichnung und Datirungeiniger Kirchen Schlesiens (Breslau 1856), besonders abgedr. aus Heft 2 der Zeitschr.des Vereins für Gesell, u. Alterth. Schlesiens.
3) Vergl. Nöggerath, die Bausteine der Münsterk. in Bonn, in Lorsch,Jahrb. 1S43. S. 209.